Freitag, 22. September 2023

Kräuter

Ich bin ein Fan von Kräutern, weil Pferde diese in der Natur auch fressen und die meisten wissen was ihnen gut tut. Rain man frisst im Frühling z.B. sehr gerne Birke, im Sommer aber dann nicht mehr. Sehr gerne frisst er auch Beifuß oder Löwenzahn, was beides seinem Stoffwechsel sehr gut tut. Fabi mag sehr gerne Disteln. Wir haben für die verschiedensten Dinge Kräuter probiert und werden hier die Erfahrungen beschreiben, die wir mit den Kräutern gemacht haben:

Anis

Anis kann bei Magen-Darm-Beschwerden helfen weil es entkrampfend ist und die Weiterleitung von Gasen fördert. Wir setzen es bei Raini gerne in Verbindung mit Fenchel und Kümmel gegen Blähungen ein. Des Weiteren kann Anis auch bei Husten eingesetzt werden, da es Schleim Verdünnt und das Abhusten von Schleim erleichtert. Man kann Anis bei chronischen sowie akutem Husten einsetzen, sollte es aber nicht an Heuallergiker verfüttern. Auch tragenden Stuten sollte man kein Anis geben.

Beifuß

Beifuß frisst Rain man sehr gerne und das macht er vor allem dann, wenn er wieder Kotwasser hat. Und da hilft Beifuß definitiv. Beifuß regt die Bildung von Verdauungssäften an und unterstützt so Magen und Darm. Wir füttern es immer mal beiden Pferden weil es eben gut bei Magen - und Darmproblemen ist und es wirkt sich auch positiv auf Hormonstörungen aus. 

Birke:

Birke verwenden wir gerne zum Entgiften bzw. zum Behandeln der Niere, sie kann auch bei Harnwegsproblemen eingesetzt werden. Die Birke entwässert das Gewebe ohne die Niere zu belasten, sie ist aber in ihrer entwässernden Wirkung weniger stark als Brennnessel z.B., daher verwenden wir gerade wenn es warm ist lieber die Birke um zu verhindern, dass das Pferd zu wenig Flüssigkeit im Organismus hat. Raini hat seit einer Vergiftung mit JKK immer wieder Probleme mit der Leber. Bevor man jedoch eine Leberkur macht, sollte man vorher einmal die Niere entgiften. Daher machen wir meist erst eine Nierenkur und geben dann parallel zur Leberkur nochmal Birke dazu. 

Brennnesseln

Die Brennnesseln regen den Stoffwechsel und die Durchblutung an. Sie haben außerdem harntreibende und blutreinigende Eigenschaften. Daher wird die Brennnessel insbesondere bei Stoffwechselbeschwerde wie Allergien oder Juckreiz eingesetzt, Hufrehe, Nieren oder Harnwegsproblemen aber auch Arthritis,, Arthrose oder Rheuma. Wenn Brennnessel verabreicht wird, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Pferd genug trinkt, insbesondere auch im Sommer. Der Hautfaltentest kann ein Anhaltspunkt über den Flüssigkeitshaushalt des Pferdes geben.  

Fenchel

Fenchel setzen wir aus zwei Gründen ein: Bei Husten oder bei Verdauungsproblemen wie Blähungen und Koliken sowie Kotwasser. Raini liebt auch die Fenchel Frucht und bekommt diese immer mal wieder so als Leckerli.

Frauenmantel

Frauenmantel wird sowohl bei Verdauungsstörungen, Wundheilung aber auch bei Muskelerkrankungen eingesetzt. Außerdem wirkt er regulierend auf den Hormonhaushalt von Stuten. Daher haben wir die Kräuter sowohl bei Raini im Winter eingesetzt, wenn er schon mal Kotwasser bekommt bzw. auch durch die Kälte eher zu PSSM2 bedingten Muskelverspannungen neigt. Bei Fabi setzen wir es gerne vor und während der ersten Rosse ein, die bei Ihr gerne mal etwas heftiger ausfällt. Durch die Wundheilende Wirkung hilft es auch bei Mauke.

Löwenzahn

Löwenzahn gehört zu den Bitterkräutern und wirkt entgiftend, blutreinigend und wirkt auch harntreibend. Wegen dieser Eigenschaften wird Löwenzahn bei Stoffwechselproblemen, Leberproblemen und auch rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Rain man frisst sehr gerne Löwenzahn. Allgemein frisst er wohl gerne Kräuter, die den Stoffwechsel anregen und entgiften bzw Leber fördern. 

Kümmel

Kümmel setzen wir gerne in Verbindung mit Anis und Fenchel gegen Blähungen ein. Man kann es auch zur Unterstützung beim Anrasen oder der Futterumstellung verwenden. 

Mädesüß:

Mädesüß hat vergleichbare Eigenschaften wie die Weidenrinde und daher werden beide gerne zusammen eingesetzt. Beide beinhalten Salicylsäure-Komponenten und werden daher auch als das Aspirin unter den Kräutern beschrieben. Als solche haben beide Kräuter entzündungshemmende und schmerzstillende und fiebersenkende Eigenschaften. Daher werden beide Kräuter oft bei entzündlichen und schmerzhaften V Erkrankungen eingesetzt wie Arthrose zum Beispiel. Sie helfen aber auch bei Muskelverspannung sowohl innerlich als auch äußerlich. Äußerlich hilft es auch gegen verstopfte Talgdrüsen, die hat Rain man auch gerne mal. Beide Kräuter beinhalten aber auch Gerb- und Schleimstoffe und können dadurch auch bei Magenbeschwerden eingesetzt werden.

Wir haben Mädesüß zusammen mit Weidenrinde und Teufelskralle bei einem PSSM2 Schub von Rain man im Winter eingesetzt. 

Majoran:

Auch Majoran fördert die Bildung von Verdauenssekreten und unterstützt damit Magen- und Darm Funktion. Es hat außerdem krampflösende sowie entzündungshemmende Wirkung. Die im Majoran enthaltenden etherischen Öle können außerdem Atemwegsbeschwerden lindern. Wir haben Majoran hauptsächlich in der Zeit eingesetzt als Raini Koliken hatte und ebenso auch bei Fabi. 

Mariendistel

Ich denke Mariendistel kennen alle als die Leberkräuter. Das in der Mariendistel enthaltende Silymarin kräftigt und regeneriert die Leber. Bei der Mariendistel lohnt es sich bei den unterschiedlichen Anbietern mal die Konzentration an Silymarin zu checken falls möglich. Je höher diese ist, desto wirksamer ist die Mischung. Mariendistel beinhaltet aber auch Öle und Schleimstoffe, die die Verdauung anregen. Die Mariendistel wird also hauptsächlich bei Leberproblemen bzw. zur Entgiftung eingesetzt aber auch bei anderen Stoffwechselstörungen, bei Untergewicht und Appetitlosigkeit. Wenn man die Leber entgiften möchte, sollte man aber auch an die Niere denken und sie am besten vor der Leberentgiftung einmal mit z.B. Brennnessel oder Birke entgiften. 

Schafgarbe

Dieses Kraut isst Rain man mal und mal isst er es nicht. Schafgarbe hat eine sehr breite Wirkung und wird eingesetzt bei Verdauungsbeschwerden,  Stoffwechselbeschwerden, Durchblutungsbeschwerden, Gelenkproblemen wie Rheuma, Atemwegsbeschwerden und zur Blutreinigung bzw. Entgiftung sowie gegen Fieder. Wir haben es bei beiden Pferden bei Stoffwechselproblemen wie Kotwasser und Koliken eingesetzt.


Teufelskralle

Die Teufelskralle ist eine Heilpflanze mit Schmerz- und entzündungshemmenden Wirkung. Sie wird beim Pferd oft bei Arthrose oder Hufrollenerkrankungen eingesetzt. Bei Fabi setzen wir die Teufelskralle wegen der IMMK ein auf Grund der entzündungshemmenden Wirkung. Bei längeren Anwendung der Teufelskralle sollte man jedoch unbedingt ein Extrakt einsetzen, da hier die Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden geringer sind. 

Weidenrinde

siehe Mädesüß.



Donnerstag, 21. September 2023

Pferdefutter

Über das Futter von Pferden kann man ja bekanntlich ganze Bücher schreiben :-) Ich habe mit beiden Pferden gelernt, dass man mit Futter viel falsch machen kann aber auch vieles richtig machen kann und PSSM2 z.B. managen kann. Bei unserer Stute machen wir auch einiges mit dem Futter um einen weiteren IMMK Schub zu verhindern, ob das jetzt wirklich etwas bringt, wissen wir natürlich nicht ohne Kontrollgruppe aber bisher hatte sie keinen weiteren Schub, Bei PSSM2 ist das schon deutlicher, Raini geht es sehr viel besser seit der Futterumstellung und er reagiert auch sehr empfindlich wie z.B. mit Kotwasser oder mit Hautproblemen auf verschiedene Dinge die er nicht verträgt wie z.B. Soja. 

Ich werde hier auf dem Blog einiges beschreiben, was wir in der Zeit für Erfahrung gemacht haben. Das was ich schreibe ist natürlich spezifisch für unsere Pferde und da Pferde alle unterschiedlich sind, ist das nicht allgemeingültig. Aber da man gerade bei PSSM2, IMMK und anderen Dingen immer experimentieren muss, hilft vielleicht unsere Erfahrung auch anderen Pferdebesitzern. Ich möchte hier auch noch erwähnen, dass die Futtermittel, die ich hier erwähne alle von uns getestet wurden und die zahlen wir auch alle selbst, das ist keine Werbung.

Hier werde ich alle Links zu den einzelnen Beiträgen die ich zu Futter gemacht habe:


Samstag, 26. August 2023

PSSM2 - und nun?

Ich denke für die meisten wird die Diagnose ein Schock sein, auch wenn man es vielleicht schon vermutet hat, für mich war es einer. Vielleicht fühlt auch der ein oder andere eine Erleichterung weil es eine Erklärung ist und vielleicht das Ende einer langen Diagnostik Odyssee.  Und die Diagnose ist erst der Anfang. Eine Heilung gibt es nicht für eine Erkrankung die durch Genmutation entstanden ist, man kann eventuell die Symptome lindern. Ein PSSM2 Pferd wird immer ein PSSM2 Pferd bleiben. Aber das heißt auch: Es ist noch immer das gleiche Pferd wie vor der Diagnose, das Pferd was wir einmal ausgesucht haben.

Ich weiß, dass jeder Träume oder Wünsche hat, wenn man sich ein Pferd kauft. Sei es die Teilnahme an Turnieren, Lehrgängen, Teilnahme an einem Distanzritt oder eventuell mal ein Fohlen aus der Stute ziehen usw. Niemand kauft sich ein Pferd mit dem Traum ein krankes Pferd zu haben mit dem man einen langen Reha Prozess starten muss um es danach eventuell wieder richtig reiten zu können. Die Diagnose zieht also immer Enttäuschung mit Sich. Meiner Meinung nach sollte man als aller erstes seine Träume begraben. Ja, das klingt hart, aber es ist unheimlich wichtig für die Beziehung mit dem Pferd und dadurch auch dem Erfolg des weiteren weg. Das heißt nicht, dass es nicht vielleicht doch irgendwann mal möglich sein wird dass der Traum doch wahr wird, aber erst einmal steht er nur im Weg. Denn wenn man mit bestimmten Erwartungen und Bildern im Kopf zu seinem Pferd fährt und dieses es nicht im geringsten erfüllen kann, wird es nur enttäuschen und frustrierend, für beide. Das Pferd kann am aller wenigsten etwas für die Situation. Das wichtigste Ziel sollte es erst einmal sein die Situation für das Pferd zu verbessern und man sollte sich hier über jedes kleinste Verbesserung freuen. Das Pferd braucht uns voll und ganz fokussiert auf seine Gesundheit. Uns hat es sehr geholfen erst einmal mit gar keiner Erwartung an das Training zu gehen. Die Beziehung zu Raini hat sich sehr verändert als er realisiert hat, dass ich mich einfach über die gemeinsame Zeit freue und ich nicht mehr von ihm fordere als er mir in der Situation geben kann. Ich denke gerade einem PXler gibt das Sicherheit. PSSM2 hat einiges an meiner Sicht auf Pferde und Reiten komplett geändert. Pferde besitzen ist so viel mehr als nur Reiten. Selbst wenn Raini eine richtig gute Phase hat, arbeite ich oft lieber mit ihm vom Boden als zu reiten oder gehe spazieren an statt auszureiten. 

Und es werden sicherlich auch mal die Gedanken kommen wie oft man vielleicht dem Pferd unrecht getan hat und sich über das Pferd geärgert hat, weil es einen "verarscht" oder es nicht will bzw. keine Lust hat, obwohl es einfach nicht konnte. Aber auch diese Gedanken muss man auf Seite schieben, es wird dem Pferd nicht helfen. 



Montag, 21. August 2023

PSSM 2 konformes Training - Das Aufwärmen

Für ein PSSM2 Pferd wie Rain man ist das Aufwärmen vorm Training sehr wichtig. Natürlich bewegt er sich im Offenstall viel, aber das ist nicht ausreichend damit die Muskulatur locker und warm wird. Wir haben nicht die Aufwärmmethode die immer angewendet wird und dann auch immer funktioniert, wir variieren das, je nachdem was Raini braucht. Aber es gibt ein paar Dinge, die wir immer machen. 

Wenn ich Raini geputzt habe oder auch während dem Putzen, streiche ich auch immer schon seine Muskulatur an der Kruppe und Hinterhand aus. Dann massiere ich auch noch leicht. Oft nehme ich das Novafon dazu. Das mag er und oft verlangt er auch, dass ich noch weiter mache, wenn ich aufhöre. 

Beim Auskratzen der Hufe dehne ich etwas seine Muskeln indem ich den Huf auf die andere Seite, also überkreuz, abstelle.

Dann mache ich Kauübungen auf beiden Seiten. Dabei lege ich den Finger unter die Zunge und animiere ihn zum Kauen, er schiebt dann erst die Zunge vor und zurück und wenn er anfängt die Zunge zu drehen, dann höre ich auf. Das lockert das Zungenbein. 

Wir fangen immer am Boden an, mindestens 10-15 min, egal was wir für ein Training haben. Dabei machen wir meist Seitengänge wie Schulter- und Kruppeherein und dann versuche ich auch schon etwas den Schwerpunkt nach hinten zu verlagern. Je nachdem mache ich dann auch schon ein paar Schritt-Trab Übergänge. Nur wenn er dabei locker wird, setze ich mich dann auch drauf, sonst nicht. Wichtig ist, dass das Pferd in dieser Phase schon arbeitet, vor allem auch mit seiner Konzentration, von der ein Pferd ja eh nicht so viel hat. Daher Arbeite ich danach wirklich nicht so viel, eher so 15-20 min, ganz selten mal 30 min. Ich weiß, dass das gerade bei einem PSSM2 Pferd oft schwer ist, weil es so lange dauert bis dieses warm ist. Aber man macht die Pferde auch einfach mürbe wenn man zu lange mit ihnen arbeitet. Dann muss man wirklich lange Pausen einbauen in denen das Pferd auch mal abschalten kann. 

Wir haben noch einige andere Dinge, die wir auch immer wieder im Wechsel einsetzen wie das Bemer Horse Set, das Novafon, Balance Pads und machen auch schon mal ein paar Emmett Griffe. All diese Dinge machen wir aber eben nicht täglich. Ich werde sie in einem getrennten Beitrag beschreiben.

Natürlich ist auch die Cool down Phase wichtig, da gehen wir aber meist einfach Schritt oder etwas spazieren oder machen ein klein wenig Line free.


*Dieser Post enthält Werbung, da ich die genaue Bezeichnung und die Herstellernamen der Futter benenne*

Samstag, 15. Juli 2023

Warum Akademische Bodenarbeit

Warum gerade die akademische Bodenarbeit nach Branderup? Ich selbst habe beim Neustart mit Rain man gemerkt, dass wir eine viel bessere Verbindung am Boden hatten und wir dort viel besser miteinander kommunizieren konnten. Er reagierte so fein auf alle meine kleinsten Hilfen und war immer super konzentriert und gab auch immer 100%. Daher wollten wir ihm die Basis erst am Boden erklären. Was mir bei den Akademikern besonders gut gefällt ist, dass die Bodenarbeit keine Nebensache ist, sondern mindestens so wichtig wie das Reiten selbst. Marius Schneider hat mit Aramis mindestens ein Pferd, dass er gar nicht reitet, sondern nur am Boden arbeitet und der kann die hohen Lektionen alle. Außerdem haben die Akademiker einen Fokus auf die Gesunderhaltung des Pferdes, es muss erst eine Tragkraft entwickelt werden, bevor man sich drauf setzt, das Pferd wird durch die Lektionen und Aufgaben mehr und mehr darin geschult, seine Kraft aus der Hinterhand zu nehmen, an statt sich mit der Schulter zu ziehen. Es wird immer nach der Balance gesucht, im Pferd und auch zwischen Pferd und Mensch. Die Lektionen sollen nicht spektakulär aussehen, wie bei den Traversalen die man so oft im TV sieht, sondern sie sollen die Gelenke schonen. Es wird alles in kleinen Schritten und über einen längeren Zeitraum aufgebaut, so wie es zu dem Paar passt. Dass man alles erst im Schritt oder gar im Stand ausprobiert, hat uns sehr geholfen, insbesondere auch in den schwierigen Phasen, im Winter oder in einem Schub. Das Pferd wir in alle Aufgaben mit einbezogen und nach Lösungsvorschlägen befragt, es macht nie einen Fehler. Insbesondere das passte gut zu uns, wo Rain man doch ein kleiner Perfektionist ist. 

Wir haben also erst einmal am Boden angefangen und Rain man erst einmal versucht gerade zu bekommen so dass er auf einer Bahn läuft. Das erscheint vielleicht erst einmal komisch, aber Rain man war anfangs nicht in der Lage einen Huf vor den anderen zu setzen. Er klebte mit der äußeren Schulter oft an der Bande und driftete mit der inneren Hinterhand gerne mal in die Bahn. Generell haben wir erst einmal geübt, Vorhand und Hinterhand gezielt anzusprechen und ihm die Hilfen erklärt (innerer & äußerer Schenkel & Zügel). Wir haben das Ganze erst einmal im Stand geübt und dann im Schritt. Man muss hier erwähnen, dass Raini eher hypermobil ist, im Stehen kann er sich wie eine Schlange hin und her bewegen. Da muss man wirklich aufpassen, Hilfen nur minimal zu geben und auch bei Korrekturen sehr vorsichtig zu sein. Wie haben uns da aber mit der Zeit gut aufeinander abgestimmt. Bei ihm war auch immer das Lösen ein Thema. Wir haben hier erst einmal versucht ihn in der Tiefe zu arbeiten, natürlich immer vor der Senkrechten. Später haben wir das Ganze dann wieder hoch korrigiert. 




Ich weiß dass man sich, wenn man akademisch arbeitet, immer fragt, ob man überhaupt irgendwann ans Ziel kommt, wenn man wochenlang nur im Stand/Schritt an Kleinigkeiten arbeitet. Aber es ist erstaunlich was für Fortschritte man irgendwann erreicht, ohne es zu merken. Wir haben während eines Schubs mit Rain mal 3 Monate lang nur im Schritt und im Stand gearbeitet und als dann mal die Osteo da war, ist er auf einmal so schön galoppiert wie nie zuvor, richtig Bergauf und versammelt. Man muss da ein wenig Vertrauen in die Arbeit haben. Sie heißt nicht umsonst Kunst. Man muss es sich wirklich zeitaufwendig erarbeiten und kann es nicht schnell schnell machen.

Das erstaunlichste ist aber, dass wir Rain man mit dieser Arbeit nicht nur für die Arbeit unter dem Reiter vorbereitet haben. Seitdem wir akademisch Arbeiten wird dieses Pferd auf einmal ein richtiges Pferd. Er richtet sich auf und schreitet richtig stolz und das nimmt er mit in die Herde. Mehr und mehr ist er im Rang aufgestiegen und ist nun einer der Chefs. Er geht auch jetzt in der Herde gerade und schlurft nicht mehr, das ein oder andere Mal habe ich ihn auch schon den spanischen Schritt gesehen, als er einen andern Wallach imponieren wollte. Und auch dem Menschen gegenüber ist er aufgetaut, er hat einfach sehr viel Selbstbewusstsein bekommen. Und wir sind nicht die einzigen denen es so ergeht. 

Wir arbeiten inzwischen auch mit Fabi akademisch und gerade einem jungen Pferd, das noch nicht ausgewachsen ist, hilft diese sanfte, pferdefreundliche Ausbildungsweise enorm. Man hat nicht in einem Jahr ein Pferd mit dem man eine L-Dressur gewinnt, aber man hat so eher lange etwas von seinem Pferd.

Mittwoch, 12. Juli 2023

Fabelhafte - AKU die Zweite

 Auf Grund der AKU bei Fürsti war ich mega aufgeregt vor Fabis AKU. Das Theater mit der AKU von Fürsti, habe ich hier beschrieben. Ich hatte sogar zwei Tage Tinitus, so sehr hatte mich das Ganze gestresst. Meistens gibt es ja Dinge, die man in einer AKU findet, aber bei Fürsti haben wir ja erlebt, dass es auch Dinge gibt, die dazu führen dass man das Pferd nicht kauft. Eigentlich dient eine AKU ja auch eher dazu Pferde vom Kauf auszuschließen. Eine bestandene AKU heißt im Umkehrschluss nicht, dass man ein gesundes Pferd kauft, man untersucht schließlich nicht alles. Hinzu kam, dass der Tierarzt, den wir eigentlich haben wollten, der auch bei Fürsti die AKU gemacht hatte, der hatte wenig keinen Termin mehr frei. Wir mussten also eine andere Tierarztpraxis nehmen. Der Tierarzt empfahl uns eine Praxis, mit der wir dann den Termin vereinbart hatten. Die Röntgenbilder hatten wir telefonisch schon vorab mit der Tierärztin besprochen. Die sagte da wäre jetzt nichts gravierendes. Sie würde aber bei zwei Gelenken nochmal aus einem anderen Winkel röntgen, der Vollständigkeit halber. Es kamen zwei Tierärzte, eine Orthopädin und eine Allgemeinmedizinerin und das wirkte schon sehr professionell was die zwei machten. Fabi war wieder sehr ruhig und lieb, was auch den beiden Tierärzten auffiel. Wir hatten auf Grund ihrer ruhigen Art beim ersten Besuch schon überlegt, ob wir eine Blutprobe nehmen würden, aber wir waren ja zwischenzeitlich auch unangekündigt da gewesen und auch da war sie sehr lieb und ruhig gewesen. Also entschieden wir uns gegen eine Blutprobe. Bis auf ein Überbein und irgendwelche Kleinigkeiten, die mir gar nicht mehr einfallen war die AKU einwandfrei. Auch der Rücken  und die zusätzlichen Bilder der Beine waren ohne Befund. In dem Moment fiel alles von mir ab und auch der Tinitus war plötzlich weg. Nun hatten wir endlich unser zweites Pferd. 

Wir zahlten den Rest des Kaufpreis und machten ab, dass Fabi am Samstag 2 Wochen später abgeholt würde. So hatten wir noch Zeit alles am Stall zu Regeln, Termin mit dem Sattler und alles mögliche andere zu Regeln. Der Hufschmied würde in der Zeit auch hinten die Eisen abnehmen. Mit unserer Hufbearbeiterin hatten wir abgemacht, dass wir die Eisen vorne für die ersten 4 Wochen drauf lassen würden und dass sie die dann bei der ersten Bearbeitung runter nehmen würde. In den 2 Wochen hatte Daniel bei der Besitzerin Unterricht, Fabi hatte Beritt und wir sind mit ihr etwas spazieren gegangen. So hatten wir auch noch ein wenig Zeit sie kennen zu lernen und sie konnte uns kennen lernen, bevor sie ins neue zu Hause kommt. Dann passiert nicht alles auf einmal. 


Zwei Wochen später holten wir sie dann zusammen mit Freunden ab. Sie wartete in einer Box und schaute durch ein Fenster in den Hof und wieherte als sie uns sah. Das war doch ein gutes Zeichen. Das Verladen ging relativ einfach. Der Hufschmied war morgens noch dagewesen und hatte hinten die Eisen abgenommen und vorne neue drauf gemacht. Und dann ging es zu uns in den Offenstall. Die Pferde waren zu dem Zeitpunkt gerade auf der Sommerweide und mit Grasen beschäftigt und hatten kaum Zeit sich um ein neues Pferd zu ärgern. Also die beste Zeit ein neues Pferd zu integrieren. Nur ein paar Wallache interessierten sich für die neue, junge Lady, die natürlich gleich rossig wurde. Raini haben wir Fabi gleich vorgestellt, er war aber nicht wirklich amused und hat gleich die Ohren angelegt und rein gebissen. Dass er extrem unter dem zweiten Pferd leiden würde, hätten wir da noch nicht gedacht.



Dienstag, 11. Juli 2023

Futteterberatung Rain man

Wie schon hier beschrieben, führte die erste Futterumstellung nicht wirklich zum Erfolg, eher im Gegenteil, es kamen noch weitere Probleme hinzu, wie z.B. Hautprobleme. Raini ist mit Futter eh etwas schwierig, weil er immer sehr empfindlich mit dem Darm reagiert und Kotwasser und Durchfall bekommt. Wir hatten schon alles an Zusatzfutter gegen Kotwasser durch, es hat nie etwas geholfen. 

Weil ich es zu schwierig fand mit dem Futter, haben wir eine unabhängige Futterberatung bei Raini durchführen lassen und das hat mega viel gebracht. Wir sind auch jetzt noch immer in regelmäßigen Kontakt und werden auch weiter beraten, wenn es einer Anpassung bedarf (Umstellung auf Weide usw.). Unsere Futterberaterin hat zu Beginn eine Anamnese beim Raini gemacht, hat ihn sich angeschaut, abgetastet und in Bewegung angeschaut. Hat sich die Äppel und sein Futter angeschaut, den Stall und hat such alles mögliche über Ihn erzählen lassen, das Ganze hat bestimmt 2h gedauert. Dann haben wir noch Blutbilder geschickt, ebenso Fotos und Videos von ihm früher. Man muss sagen, dass die Dame an dem Tag in der Halle auch noch Raini von seiner sensiblen Seite erleben durfte. Es wurde ein Pferd auf eher strenge weise und laut mit sehr viel Gerteneinsatz im "Piaffieren" trainiert, das Pferd war dabei ausgebunden. Das ist etwas, das weder ich gerne sehe und mich unwohl fühle aber auch Raini gar nicht gerne sieht. Das war aber vermutlich gar nicht so schlecht, dass sie sich mal ein Bild von seinem Nervenkostüm machen konnte.

Generell hat die Futterberatung bei Raini auch einen empfindlichen Magen & Darm festgestellt und er war auch etwas empfindlich in der Niere und Leber. Des Weiteren, aber das ist ja typisch PSSM2 und er kam gerade aus seinem ersten Schub, hinten deutlich weniger bemuskelt als vorne. Er läuft noch zu sehr auf der Vorhand und zu verhalten hinten. Sie hat uns Trainingstipps gegeben, die aber in etwa das widerspiegeln, was wir mit Rain man eh machen, daher werde ich hier nicht darauf eingehen. 

Das Futter haben wir natürlich ganz langsam umgestellt und das hat sich alles mit den Kuren und dem ganzen über ein halbes Jahr gezogen. Rain man bekommt nun zwei Rationen, eine vor der Bewegung und eine danach. Vor der Bewegung gibt es eine Art Schlonzi, das ist gut für Magen und Darm. Vorab können wir dann auch die für die Bewegung notwendigen Zusatzstoffe wie Magnesium und Vitamin E verabreichen, das ganze wird eingeweicht, ca. 15-20 min während wir ihn von der Weide holen und dann frisst er es vor dem Putzen und damit so ca. 45 min vor dem Warm machen. Ich werde hier nicht die genaue Mengenangaben aufschreiben, weil die sind zum einen spezifisch für das jeweilige Pferd und dem Raufutterangebot und werden auch regelmäßig angepasst entsprechend Raufutteranalyse und Blutanalyse bzw. Jahreszeit und Bewegungspensum. Aber zumindest die Zusammensetzung werde ich hier listen, die spezifisch für unser n/pX & n/P2 ist:

Futter vor der Bewegung:

  • Pavo Speedybeets 
  • Goldleinsamen von Louven
  • Magnesium Malat von Drebivet
  • Vitamin E von Horseflex (das Pulver)
  • Hanföl von Urkraft
Futter nach der Bewegung:
  • Marstall Getreidefrei-Mix
  • Marstall Bergwiesen Mash (nur sehr wenig, für den Geschmack)
  • Maroske Komplex 711
  • Masterhorse Mono Mangan
  • Masterhorse Vitamin B Komplex
  • Aminosäurekomplex von Horseflex
  • Bulk Erbsenprotein Isolat.

Bei Fellwechsel füttern wir dann gerne nochmal Monozink von Masterhorse hinzu. Das sollte man aber nicht parallel zum Mangan geben. Entweder wechselt man dann tageweise oder man gibt eines in das Vorfutter und eines dann nach der Bewegung. Das Futter frisst Rain man wirklich gerne und es tut ihm auch gut. Einen großen Unterschied hat das Comples 711 Mineralfutter gemacht sowie die Aminosäuren. Vitamin E ist so eine Sache. Von dem von Hyppolyt hatten wir nichts bemerkt und bei dem von Horseflex kann er schon mal crazy werden, wenn es zu viel ist. Wenn man es weglässt, dann wird er auch wieder etwas verspannter, man muss das gut ausbalancieren. Aber es hat jetzt nicht den mega Durchbruch gebracht, den manche so berichten. Viel bringt auch das Schlonzi, denn den ersten Winter nach der Futterumstellung hatte Rain man kaum Kotwasser. Das war ganz neu, hatten wir gerade im Winter immer wieder mit Kotwasser zu kämpfen. Auch jetzt bekommt er Kotwasser, wenn er sich sehr aufregt z.B. oder es Futterwechsel gibt wie z.B. neues Raufutter z.B. oder beim abgrasen, neue Weide, starke Wetterschwankung usw. Wenn er durch Futterwechsel wieder Kotwasser bekommt, füttern wir für eine Zeit das Equizeolon von PerNaturam dazu. Das hilft dann meist. 
Sicherlich gibt es noch die ein oder andere Sache die ich mal ausprobieren würde aber da er aktuell wirklich gut drauf ist, habe ich gerade keinen Anlass etwas am Futter anzupassen. 
Da es wirklich viele Pülverchen sind, bereiten wir das Futter 1x die Woche vor. Mehr macht keinen Sinn, damit man auch kurzfristig noch Dinge anpassen kann falls notwendig. Wir mischen die Zusätze in kleine Dosen von Ikea und nehmen die mit an den Stall. Das Müsli, was natürlich in größeren Mengen dazu kommt sowie das Öl mischen wir dann erst kurz vorher drunter und beides wird dann eingeweicht. 


*Dieser Post enthält Werbung, da ich die genaue Bezeichnung und die Herstellernamen der Futter benenne*