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Dienstag, 17. Februar 2026

Astaxanthin (ASX)

Astaxanthin (ASX) ist ein rötlich-violetter Farbstoff der zum Beispiel für die Rotfärbung von Krebstieren verantwortlich ist. Es gehört chemisch gesehen zu den Carotinoiden. ASX ist eines der stärksten natürlichen Reduktionsmittel. Das besondere an der Struktur, im Vergleich zu anderen Reduktionsmitteln ist, dass es lipophile und hydrophile Eigenschaften hat und daher in beiden Umgebungen vorliegen kann. Daher kann ASX die Zellmembran durchspannen und kann sowohl intrazellulär sowie extrazellulär als auch innerhalb der Membran wirken.



Strukturformel von Astaxanthin (ASX) von Jü- Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Da ASX in der Zellmembran sitzt, kann es auch die Membran vor der Lipidoxidation und damit Zerstörung schützen. Es schützt außerdem die Mitochondrien, welche die Kraftwerke der Zellen darstellen, vor oxidativen Stress. Oxidativer Stress kann zur Dysfunktion führen, ebenso zur Apoptose, dem Zelltod. Indem ASX die oxidativen Spezies abfängt und neutralisiert, kann es die Mitochondrien Funktion erhalten, meint dass weiter ATP produziert wird. Das ist vor allem in Muskelzellen bei muskulärer Anstrengung wichtig aber natürlich gibt es Mitochondrien in allen Zellen und auch da kann es zu oxidativem Stress kommen. ASX hat außerdem entzündungshemmende als auch immunmodulatorische Eigenschaften. Des Weiteren kann ASX auch neuroprotektive Funktion ausüben sowie das Herz-Kreislauf System unterstützen. Durch die Antioxidative Wirkung insbesondere in Muskelzellen, kann es die Regeneration nach dem Sport verbessern als auch Muskelkater reduzieren und Muschelschäden verhindern. ASX kann die Blut-Hirn-Schranke als auch die Blut-Retina-Schranke überwinden und es kann Haut und Augen vor UV Schäden schützen. 

ASX ist somit ein sehr interessantes Nahrungsergänzungsmittel, dass viele Funktionen unterstützen kann und es wurde tatsächlich auch schon für Pferde entdeckt. Es gibt noch nicht wirklich viele Studien mit vielen Kandidaten, das heißt die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen. In der Literatur wird beschrieben dass eine Supplementierung mit ASX den trainings-assoziierten Stress reguliert und den natürlichen Redox-Status in Richtung der reduktiven Spezies verschiebt. Muskelschäden werden reduziert durch eine ASX Supplementierung, insbesondere wenn man es zusammen mit Carnitin verabreicht und in einer Studie wird sogar beschrieben dass Lahmheit, ausgelöst durch Muskelschmerz, reduziert wird. Im Grunde ist ASX von der Funktion her ähnlich wie zum Beispiel Q10 oder Vitamin E, es ist einfach nur signifikant stärker in der Reduktionskraft und es es kann auf Grund seiner Struktur in allen Kompartimenten im Körper vorliegen. Daher ist es sehr interessant für MIM Pferde und daher habe ich es auch bei Rain man probiert. Es gibt leider nicht ganz so viele Anhaltspunkte für eine sinnvolle Konzentration. Ich habe bei Rain man die Kapseln von Vitabay gekauft, da sind mit 12 mg pro Kapsel schon eine Recht hohe Dosis eingesetzt. Ich füttere Rain man davon meist 2-3 Kapseln, je nachdem was wir vor haben. Dazu gebe ich dann aktuell noch 5g Carnitin von Buxtrade. Bei Rain man hat das ASX einen sehr auffälligen Effekt was sein Verhalten angeht. Er ist nochmal offener geworden, geht auf den Menschen zu auch fremde Menschen und Männer. Er ist auch in der Bewegung lockerer und in diesem Winter ist er nicht einmal steif gewesen, trotz < -10°C und Nässe ohne Decke. Wenn ich das Carnitin zugebe sehe ich den gleichen Effekt wie als wir das Carnitin alleine, er ist dadurch wirklich nochmal lockerer in der Muskulatur und entspannter. Ich würde nicht sagen dass das ASX besser oder schlechter als Q10 ist, weil ich das Q10 nicht weggelassen habe. Das traue ich mich aktuell einfach nicht, weil er sehr gut drauf ist. Man kann natürlich beides mal einzeln testen, allerdings ist ASX doch deutlich teurer als Q10 und ich habe es bisher in der günstigsten Form nur in Kapseln gefunden. Wem Q10 nicht hilft, der könnte es mit ASX mal probieren, eventuell bringt dann die etwas größere Reduktionskraft etwas. Wir werden es weiter bei Rain man in den unterschiedlichen Kombinationen testen. Aber da es auch die Blut-Retina-Schranke durchdringen kann, werden wir es auch bei Fabi mal für die Unterstützung des Auge einsetzen. 


Literatur:

N. Rizzardi et al.: Natural Astaxanthin Is a Green Antioxidant Able to Counteract Lipid Peroxidation and Ferroptotic Cell Death; Int J Mol Sci.: Vol. 23 (23; 2022).

A.M. Wold et. al.: Astaxanthin protects mitochondrial redox state and functional integrity against oxidative stress; J Nutr Biochem: Vol. 21 (5; 2021)

F.M. Youssef et. al.: The anti-inflammatory and antioxidant effects of astaxanthin as an adjunctive therapy in community-acquired pneumonia: a randomized controlled trial;  Front Pharmacol: Vol 16 (2025)

C.P.M Pareira et. al.: Antioxidant and anti-inflammatory mechanisms of action of astaxanthin in cardiovascular diseases (Review); Int J Mol Med: Vol. 47 (1; 2020).

K. Tominaga: Protective effects of astaxanthin on skin deterioration; J Clin Biochem Nutr: Volume 61 (1; 2017).

B. Giercuszkiewicz-Hecold et. al.: The effect of long term astaxanthin supplementation on the antioxidant status of racing Arabian horses – preliminary study; Sci Rep: Vol. 14 (2024)

F. Sato et. al.: Effects of Daily Astaxanthin and L-Carnitine Supplementation for Exercise-Induced Muscle Damage in Training Thoroughbred Horses; Journal of Equine Veternary Science: Vol- 35 (10; 2015)

B. Giercuszkiewicz-Hecold et. al.: Astaxanthin supplementation in Arabian racing horses mitigates oxidative stress and inflammation in peripheral blood mononuclear cells through enhanced mitophagy; Scientific Reports: Vol. 15 (14633, 2025).


Samstag, 5. Juli 2025

Zusätze und Spurenelemente bei MIM

Mangan

Was hat Mangan für eine Funktion bei den MIM Pferden?

Mangan hat mehrere Funktionen in Muskelzellen. Zum einen ist Mangan an der Kollagensynthese beteiligt und Kollagen wird auch für die Struktur und Stabilität der Muskelzellen gebraucht. Um mehr ins Detail zu gehen: Mangan ist ein Kofaktor für die Enzyme Glycosyltransferase und Prolidase im Rahmen der Prolin Synthese und Kollagensynthese. Als Cofaktor ist Mangan essentiell für die Funktion der Enzyme die die Synthesereaktion katalysieren. 

Des Weiteren übernimmt Mangan die Rolle als Kofaktor bei der oxidativen Phosphorylierung und damit der ATP-Gewinnung, was auch eine wichtige Funktion bei der Energiegewinnung innerhalb der Muskelzelle darstellt. 

Mangan ist außerdem auch ein Kofaktor für das Enzym Pyrovat Carboxylase, das ebenfalls im Zuckerstoffwechsel beteiligt ist. Ein defekt hier kann zur Übersäuerung des Muskels durch Lactat führen.  

Die Mangan-Superoxid-Dismutase (SOD) ist ein Enzym das in den Mitochondrien vorliegt und die Zellen vor oxidativen Stress schützt in dem reaktive Radikale neutralisiert werden. Wie der Name schon sagt, ist Mangan ein Teil dieses Enzymkomplex. Es gibt Hinweise dass dieses Enzym bei Myopathien überexpremiert wird, heißt es wird vermehrt hergestellt. 

Mangan ist auch wichtig für die Leberfunktion und zwar ist es auch wichtig für die Aktivität der  Arginase, die eine Ausleitung von Stickstoff über den Harnstoff gewährleistet. Die Aktivität des Enzyms sinkt bei Manganmangel und dann ist die Stickstoff Ausleitung über die Leber nicht mehr gewährleistet. Das kann zu Ekzemen führen, Allergien aber auch Asthma. 

Hinzu kommt, dass Mangan und Calcium sich in Ihrer Aufnahme und Funktion beeinträchtigen können, dass heißt, wenn viel Mangan vorhanden ist, wird die Aufnahme von Calcium und dessen Wirkung behindert, was bei pX Pferden helfen kann. 

Wir haben Rain man lange das Mono Mangan von Masterhorse gefüttert. Da Fabi das aber nicht so gerne fressen wollte und man ja schon größere Mengen von ca. 40-60 g füttern muss, füttern wir jetzt das höher konzentrierte Mangan vom Wildhorse Hufshop. Das ist nicht als Futtermittel deklariert, ich habe mir aber mal das Analysenzertifikat angeschaut und das ist hoch rein. Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, dieses zu füttern. 

Magnesium

Mangan hatte ich schon als Calcium Antagonist beschrieben, aber der eigentliche Antagonist von Calcium ist Magnesium. Liegt Calcium in dem Muskelzellplasma in einer erhöhten Konzentration vor, so führt dies zu einer Bindung von Calcium an das Protein Troponin, was sich auf den Aktinfilamenten befinden. Dies wiederum bewirkt eine Interaktion zwischen Aktin und Myosin was die Muskelkontraktion bewirkt. Magnesium verhindert den Calciumstrom in das Muskelplasma und verhindert somit die Kontraktion der Muskeln und fördert damit die Muskelentspannung. Magnesiummangel ist daher auch bekannt dafür Muskelkrämpfe zu verursachen. 

Magnesium spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Funktion von Nerven. Magnesium ist an Weiterleitung von Nervenimpulsen beteiligt. Auch hier Reguliert Magnesium den Calcium Fluss. Auch eine Überreizung der Nerven durch Calcium wird dadurch verhindert. 

Außerdem ist Magnesium an der Synthese und Funktion von Neurotransmittern beteiligt, die unter anderem für die Regulation von Schlaf, der Stimmung und auch der Wahrnehmung von Schmerz nötig sind. 

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Magnesium wichtig ist für eine Korrektes Geleichgewischt zwischen Muskelanspannung und Entspannung sowie einer Korrekten Reizweiterleitung von Nerven und daher ist es auch so wichtig bei pX MIM Pferden. 

Wichtig zu erwähnen ist noch, dass das Magnesium Salz bei der Supplementierung wichtig ist. Es gibt organische Salze, zum Beispiel das Magnesiummalat, Magnesiumcitrat oder Magnesiumfumarat oder anorganisches Magnesium wie Magnesiumoxid. Die Salze unterscheiden sich nicht nur in der Bioverfügbarkeit, generell sind die organischen schneller verfügbar, sondern auch die Funktion. Während man zum Beispiel Magnesiummalat für die Muskelentspannung einsetzt, wird das Magnesiumoxid eher für die Nerven verwendet. Rain man bekommt Magnesiummalat vor der Arbeit und etwas Magnesiumoxid nach der Arbeit.

Vitamin B Komplex

Es gibt 8 verschiedene Vitamin B: B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 & B12. Die verschiedenen B-Vitamine übernehmen unterschiedliche Funktionen im Körper, meist fungieren sie als Kofaktoren für Enzymreaktionen oder als Vorstufen dieser Kofaktoren. B1, B2, B3, B5, B6 und B7 sind an der Energiegewinnung der Zelle beteiligt und damit natürlich auch für die Muskelfunktion sehr wichtig. Sie fungieren als Kofaktoren bzw. als Vorstufen von Kofaktoren für Enzyme die Reaktionen im Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel katalysieren. Vitamin B9 und B12 sind an der DNA Synthese beteiligt und sind somit wichtig für Zellteilung und Zellwachstum und sie sind auch an der Blutbildung beteiligt. B1, B6, B9 und B12 spielen außerdem eine wichtige Rolle bei der Bildung von Neurotransmittern und sind daher wie auch Magnesium sehr wichtig für die Nerven. B-Vitamine spielen auch eine Rolle im Katabolismus und zwar bei der Proteinsynthese und sind daher auch wichtig für die Reparatur von Strukturen und damit auch für die Regeneration bzw. Bildung der Muskulatur. Rain man bekommt den Vitamin B Komplex von Masterhorse. 


Literatur:

·       M. De Marco et al.: Molecular structure and enzymatic mechanism of the human collagen hydroxylysine galactosyltransferase GLT25D1/COLGALT1. Nat Commun: Vol. 16 (2025).

·       I. Myiara et al.: In-vitro responses to ascorbate and manganese in fibroblasts from a patient with prolidase deficiency and iminodipeptiduria: cell growth, prolidase activity and collagen metabolism. J Inherit Metab Dis: Vol. 6 (1; 1983)

·       O. Lindberg & L. Ernster: Manganese, a co-factor of oxidative phosphorylation. Nature: Vol. 73 (4413; 1954)

·       Y.Tsurata et al.: Increased expression of manganese superoxide dismutase is associated with that of nitrotyrosine in myopathies with rimmed vacuoles. Acta Neuropathol: 103 (1; 2000)

·       A.A. Brock et al.: Dietary manganese deficiency decreases rat hepatic arginase activity. J Nutr: Vol. 124 (3; 1994)

·       Kocyigit et al.: Relationship among manganese, arginase, and nitric oxide in childhood asthma. Biol Trace Elem Res:  Vol. 102 (1-3; 2004)

·       A.E. Kirkland et al.: The Role of Magnesium in Neurological Disorders. Nutrients: Vol. 10 (8; 2016)

·       F.H Nielsen: Relation between Magnesium Deficiency and Sleep Disorders and Associated Pathological Changes. Modulation of Sleep by Obesity, Diabetes, Age and diet: (Book; Chapter 31).

·       D.O.Kennedy: B Vitamins and the Brain: Mechanisms, Dose and Efficacy—A Review. Nutrients: Vol. 8 (2; 2016).

·       M. Fenech: B Vitamins and the Brain: Mechanisms, Dose and Efficacy—A Review. Mutationsforschung/Grundlegende und molekulare Mechanismen der Mutagenese: Vol. 733 (1-2; 2012).

·       M.J. Koury & P. Ponka: New insights into erythropoiesis: the roles of folate, vitamin B12, and iron. Annu Rev Nutr: Vol. 24 (2004)

·       C.A. CalderónOspina & M.O. Nava-Mesa: B Vitamins in the nervous system: Current knowledge of the biochemical modes of action and synergies of thiamine, pyridoxine, and cobalamin. CNS Neurosci Ther: Vol. 26 (1; 2019).

·       M. Hanna et al.: B Vitamins: Functions and Uses in Medicine. Perm J: Vol. 26 (2; 2022)




Montag, 26. Mai 2025

PSSM2 Pferde im Training

Ich habe schon mit einigen MIM Pferden gearbeitet und ja sie sind auch da "Special" und eventuell würde jemand das mit einem gesunden Sportpferd nicht einmal Training nennen. Bei uns am Stall nannte man es schon mal "Hokus Pokus". Aber gerade mit Rain man arbeiten wir vor allem beim Aufwärmen gerne vom Boden aus. Reiten tun wir dann wenn er warm ist. Wir Reiten nicht so oft die Woche, vielleicht im Durchschnitt an 3 Tagen die Woche. Wichtig finde ich, dass ich das Pferd sehr gut beobachte, schon wenn ich es von der Weide hole, Putze und warm mache und basierend darauf entscheide ich, was wir machen. Ich weiß dass man immer sagt man soll mit einem Plan ins Training gehen, was man genau machen will, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass genau das für ein so sensibles Pferd wie Rain man schwierig sein kann wenn man spezifische Erwartungen hat und es ist dann oft frustrierend für Mensch und Pferd. 

Ich finde dass insbesondere pX Pferde schon mal schwieriger im Training sind weil es da eine so große nervliche/psychische Komponente gibt. Die meisten MIM Pferde mit denen ich gearbeitet habe, haben eine pX Variante. Daher könnte es ganz anders sein bei MIM Pferden ohne n/PX. 

Bei pX versuche ich, soweit möglich eine gewisse Routine einzuhalten, aber ja das ist nicht immer möglich. Aber man sollte vielleicht nicht ganz viele Dinge am selben Tag wechseln/anpassen. Wenn ich Raini putze und fertig mache, versuche ich schon ihn mit zum Beispiel Massagen zu lockern, gerne nutze ich das Nova Fon. Bemern mache ich bei ihm eher nach der Arbeit, da kann er sich super mit entspannen. Ich mache mit ihm auch immer Kauübungen vor der Arbeit, das lockert ihn auch. Ich habe dazu hier schon mal etwas geschrieben. So kann ich auch schon feststellen ob er irgendwo auffällige Verspannungen hat. Ich brauche immer so mindestens 1h für putzen und all dem, gerne mache ich aber, wenn ich die Zeit habe, auch mehr. Er bekommt Vitamin E und Q10 direkt wenn ich ihn geholt habe und das braucht ja auch gewisse Zeit bis es den Zellen zur Verfügung steht und daher ist es auch ganz gut, wenn das Ganze etwas dauert.

Wie schon beschrieben starte ich so gut wie immer mit Bodenarbeit. Meiner Erfahrung nach sind pX Pferde Perfektionisten und brauchen viel Lob bzw. sind schnell frustriert/emotional wenn es mal nicht klappt und es nicht schnell ein Lob gibt. Daher versuche ich zu Beginn schnell heraus zu finden was er leisten kann und was nicht um nicht in eine Situation zu kommen wo er schnell frustriert ist. Ich gehe auf beiden Händen mit ihm in Longenposition eine Runde und schaue wie er sich bewegt, ob etwas Verspannt ist, er kürzer tritt oder irgendetwas nicht verspannt ist. Und dann starte ich mit einer Aufgabe, von der ich sicher bin, dass er sie gut leisten kann um ihn loben zu können und ihn damit zu motivieren. Oft, weil er das Prozedere kennt, bietet er hier auch etwas von sich aus an, meist seine aktuelle Lieblingsübung. Das lobe ich natürlich auch ausgiebig und das freut ihn dann immer am meisten und macht ihn Stolz, wenn das komplett seine Idee ist. 

Danach fange ich mit Seitengängen an wie Schulter herein, Kruppe herein, Renvers, Traversalen und Pirouette, je nachdem wie er drauf ist. Raini hilft es sehr mit den Seitengängen um in Balance zu kommen und auch um etwas lockerer in der Hinterhandmuskulatur zu werden. Wir achten hier auf seine Form und da kann ich auch gleich feststellen, ob er mir auf eine Schulter fällt und bei ihm muss man auch sehr auf die Rotation des Brustkorbs achten, sowie seine Stellung. Denn er verwirft sich auch gerne mal. Erst wenn das alles sitzt, achte ich auf Tempo. Raini braucht manchmal etwas und man muss ihm anfangs sein Tempo lassen. Danach kann man ihn dann animieren. 


Raini ist eher hyperflexibel und kann sich gefühlt in alle Raumrichtungen gleichzeitig bewegen. Ihm hilf wirklich etwas Spannung zu bekommen. Diese bauen wir bei ihm gerne im Tran oder Galopp auf. Das ist immer so ein zweischneidiges Schwert, Raini braucht Trab und Galopp um in eine Form zu kommen mit der man arbeiten kann, aber man will natürlich auch nicht mit einem unaufgewärmten Pferd schon traben. Daher beobachte ich das Pferd vorm Traben genau und schaue, ob seine Bewegungen fließend sind und auch wie er mental so drauf ist. Außerdem muss man sagen, dass unsere Pferde ja den ganzen Tag im Offenstall und der Weide unterwegs sind, die stehen nicht in der Box und das ist daher auch nochmal etwas anderes. Ich lasse ihn erst einmal vorwärts abwärts etwas traben und hier auch sein Tempo drin finden. Und dann wechseln wir zwischen den unterschiedlichen Gangarten oder aber auch das Tempo in einer Gangart. Raini baut am ehesten Spannung auf, wenn man ihn im Trab versammelt für 2-3 Schritte und dann wieder darauf vor schickt. Oder aus dem Trab anhält, ihn zurück schaukeln lässt und daraus wieder antrabt. Und danach kann man dann das eine oder andere erarbeiten. Natürlich machen wir da nicht super lang, denn auch das Aufwärmen ist bei uns ja schon ein anstrengendes Programm, auch für den Kopf. 

Was mir bei Raini und anderen MIM Pferden aufgefallen ist, und die sind alle irgendeine Kombination mit pX:

- Raini braucht viele Pausen um in sich rein zu fühlen und auch um die Dinge zu verstehen/verarbeiten und meinem Gefühl nach müssen diese Pausen auch etwas länger sein. Er kaut dann auch gerne ab. Das zeigt er nicht nur in der Arbeit, sondern auch zum Beispiel während einer Masterson Behandlung.

- Bei so lethargischen Pferden neigt man gerne dazu viel Hilfe zu geben und "laut" zu werden oder viel Action zu machen. Weil man erwartet, dass das notwendig ist. Aber meinem empfinden nach, sind gerade MIM und vor allem pX Pferde sehr sensible. Ich habe das Gefühl, dass sie die Hilfe verstehen und nur eine Art "längere Leitung" haben und etwas später reagieren. Wenn ich dann aber die Hilfe schon verstärkt habe, ist das Stress oder es kommt dann verspätet eine Überreaktion oder das Pferd versteht gar nicht mehr was man will. Daher kann ich sehr empfehlen einfach mal etwas länger zu warten und es dann einfach 2-3 mal in Reihe zu probieren und dann funktioniert es oft besser. 

- Losgelassenheit ist sehr wichtig. Das funktioniert aber nur, wenn man als Mensch auch losgelassen ist und sich auf das Pferd und die gemeinsame Aufgabe fokussiert. Wenn ich abgelenkt bin durch irgendetwas in der Halle/neben der Halle, auf dem Handy oder wenn ich gestresst bin durch die Arbeit, wird er niemals losgelassen sein können. 

Mittwoch, 7. Mai 2025

Faszien und MIM

Über MIM und die damit zusammenhängende Muskelproblematik hatte ich hier schon geschrieben. Ein aus meiner Sicht nicht zu unterschätzender Faktor bei MIM Pferden sind aber auch die Faszien.

Aber was sind Faszien eigentlich? Sie Bestehen aus Bindegewebe und sie Umgeben und verbinden Organe und auch Muskeln. Sie sind praktisch über den ganzen Körper verteilt. Sie beinhalten auch Nerven, Blutgefäße und Flüssigkeit wie zum Beispiel Hyaluronsäure. Die Flüssigkeit führt zu einem besseren gleiten der Faszien und umliegenden Gewebe. Faszien haben viele Funktionen: Zum einen umhüllen sie Organe und geben Ihnen Struktur. Außerdem Speichern sie Energie und halten Spannung und Unterstützen damit die Muskulatur. Dann sind dienen sie außerdem der Schockabsorption und schützen damit Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder vor Verletzung. Außerdem sind die Faszien auch mit dem Cranio Sakralem System verbunden, sie leiten den Rhythmus in den gesamten Körper. 

Faszien weisen bis zu 6-10x mehr Rezeptoren auf als Muskeln und daher sagt man auch dass sie eine Art Sinnesorgan sind. In der Bewegung können Faszien daher Dinge wahrnehmen als auch die Information weiter leiten so dass der Körper entsprechend reagieren kann, zum Beispiel wo kann Last aufgenommen werden. Auch das ist ein Schutz vor Verletzungen. 

Wichtige Informationen die ich aus Seminaren mitgenommen habe sind die folgenden:

  • Faszien sind wie in einem 3D System über den ganzen Körper verteilt und man spricht hier auch von dem Tensegrety Modell. Dieses besagt, dass wenn man an einer Stelle eine Beeinträchtigung hat, wirkt sich das auf alle anderen Punkte im System aus. Daher kann ein Problem im Kiefer auch in der Hinterhand sichtbar werden.
  • Wenn man sich das Modell von Vibeke S. Elbrond anschaut, dann treffen sich alle Linien am Pferd am Kiefer. 
  • Verletzungen im Gewebe, also Narben, beeinträchtigen die Bewegung von Faszien, oft kommt es hier zu Verklebungen und einer verminderten Bewegung. 
  • Wenn Muskeln nicht in der Lage sind ihre Funktion korrekt auszuführen, können Faszien dies übernehmen.
  • Sind Muskeln stark und oft verspannt wie bei einem MIM Pferd, werden auch die Faszien beeinträchtigt, es können sich Verklebungen bilden, die wiederum die Beweglichkeit der Muskeln beeinträchtigt, ein Teufelskreis entsteht
  • Faszien und das umliegende Gewebe wie Muskeln zum Beispiel müssen hydriert bleiben. Bei einer normalen Funktion der Faszien verteilt die Flüssigkeit sich durch die Bewegung. Gibt es jedoch irgendwo eine Beeinträchtigung, kann diese Flüssigkeitsverteilung gestört sein. Dadurch kann es zu Verklebungen kommen was wiederum zu Anspannung und Schmerzen führen kann.
 

Aus diesen Punkten geht für mich klar hervor, dass MIM Pferde, die Verspannungen der Muskulatur aufweisen sicherlich auch Faszienverklebungen haben. Raini hat oft eine Thematik mit der dorsalen Linie. Zudem hatte er einen Muskelriss im gluteus wo eine sehr dicke Narbe verblieben ist. Wenn der Muskel verspannt ist, vor allem in der Kälte im Winter, dann fängt Raini an mit dem Bein kürzer zu treten. Ist der Muskel warm, ist dieses Ticken weg. In diesem Bereich verlaufen auch die dorsale Linie wie auch die laterale Linie und die spirale Linie, die auch in die Hinterhand führen. Ich arbeite bei Raini vor dem Training bei diesen Linien, vor allem der dorsalen, mit manueller Massage oder dem Novafon. Das genießt er und das hilft ihm sehr. Außerdem mache ich mit ihm sehr gerne Kauübungen. Am Kiefer treffen sich alle Faszien und daher führt das Kauen bei Pferden auch zu Entspannung. Die Kauübung mache ich auf beiden Seiten indem ich den Finger unter die Zunge lege hinter der Zahnreihe und dann aktiviere ich das Kauen durch berühren der Zunge bis er diese nicht nur vor und zurück bewegt, sondern auch rotiert. Dann lockert das auch das Zungenbein.
Ein weiteres Problem bei Raini sind Decken jeder Art. Sobald man eine Decke vorne an der Brust verschließt ist er komplett angespannt. An der Brust verläuft die Front limb line die auch in die Vorhand führt. Mit verschlossener Decke läuft Raini ganz komisch, er kann dann die Vorhand nicht mehr richtig vorführen. Außerdem fängt er an zu husten. Macht man die Decke auf vorne, geht er wieder normal und das Husten hört auf. Auch hier hilft eine Behandlung mit dem Novafon an der Brust. 
Viele MIM Pferde haben außerdem Probleme beim Gurten. Im Gurtbereich verläuft die Superficial ventral Faszie. Hier haben viele Pferde Verklebungen. Diese Linie führt den Unterhals entlang bis zum Kiefer sowie zur Hinterhand. Gurtzwang kann also sowohl zu einem Verspannten Hals und zu Problemen mit Biegung haben und ebenso mit dem Vorführen der Hinterhand. Auffallend finde ich außerdem dass Pferde mit Gurtzwang gurtet, dass diese sehr oft Gähnen, eventuell auch ein versuch über den Kiefer und den Ansatz der Linie den Bereich am Gurt zu entspannen. Bei Gurtproblematik hilft ebenso, wenn man diesen Bereich zur Palpation oder dem Novafon behandelt und damit die Fluidität der Faszien in dem Bereich wieder erhöht. 



Montag, 5. Mai 2025

Alpha-Liponsäure

 Alpha-Liponsäure (ALA) ist ein weiteres Anti-Oxidans, das gerne auch als Ernährungsergänzungsmittel oder im Bodybuilder Shop angeboten wird. Das Molekül kommt in den Mitochondrien aller Eukaryoten vor und spielt als Anti-Oxidans eine wichtige Rolle im oxidativen Stress.  Es ist ein Co-Faktor für einige Redoxreaktionen, es kann andere andere Anti-Oxidantien regenerieren und es repariert außerdem oxidierte Proteine. Biologisch aktive ist nur das R-Enantiomer.


 Strukturformel von ALA von Jü- Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Weiterhin ist ALA mit dem Glucose- sowie Fett-Stoffwechsel assoziiert und wird daher auch bei Diabetespatienten eingesetzt. In diesem Zusammenhang wird auch der Schutz von Nervenzellen durch ALA beschrieben. Auch anti-inflammatorische Eigenschaften werden für ALA beschrieben, da es die Ausschüttung von Zytokinen reduzieren kann. Und es kann als Chelator agieren und so zum Beispiel zweiwertige Schwermetallionen binden und so toxische Ionen wie zum Beispiel Blei, Cadmium, Quecksilber neutralisieren. 

Interessanterweise gibt es außerdem Studien, die ALA und Q10 gemeinsam einsetzen, zum Beispiel im Bereich Long Covid oder aber bei Diabetes Patienten.

Im Humanbereich gibt es Studien die zeigen, dass ALA die Muskelregeneration nach Beanspruchung fördern kann. Auch bei der Energieproduktion im Muskel kann ALA unterstützen. 

Ich fand ALA sehr interessant, da es nicht nur einen positiven Effekt auf Muskeln, sondern auch auf Nervenzellen haben kann und außerdem auch der Fakt, dass es gemeinsam eingesetzt wird. Ich habe es bei Raini zunächst mit einem Pulver von reinem R-Enantiomer eingesetzt. Ich bin bis auf 1g hochgegangen. Ich habe nicht einen so großen Effekt festgestellt wie bei Q10 zum Beispiel, hatte aber den Eindruck dass er etwas besser drauf war, so mental meine ich. 

Leider war Raini dann eine Zeitlang verletzt und das Pulver reichte nur für 30 Tage und wir haben auf die Weide umgestellt, so dass ich es nicht weiter verfolgt habe. Ich werde jetzt aber demnächst oder spätestens im Winter nochmal mit Kapseln testen. 

 Ich werde weiter berichten, wenn wir die Kapseln getestet haben.


Literatur:

  • K. Shay et. al: Alpha-lipoic acid as a dietary supplement: molecular mechanisms and therapeutic potential. Biochim Biophys Acta. (Volume 1790, 2009).
  • H. Kahn et. al: α-Lipoic Acid, an Organosulfur Biomolecule a Novel Therapeutic Agent for Neurodegenerative Disorders: An Mechanistic Perspective. Neurochem Res. (Volume 47, 2022).
  • B. Salehi et. al: Insights on the Use of α-Lipoic Acid for Therapeutic Purposes. Biomolecules. (Volume 9, 2019).
  • R. Hsieh: Effects of Oral Alpha-Lipoic Acid Treatment on Diabetic Polyneuropathy: A Meta-Analysis and Systematic Review. Nutrients. (Volume 15, 2023).
  • M.A. Barletta: Coenzyme Q10 + alpha lipoic acid for chronic COVID syndrome. Clin Exp Med. (2022)
  • N.S. Galeshkalami: Alpha-lipoic acid and coenzyme Q10 combination ameliorates experimental diabetic neuropathy by modulating oxidative stress and apoptosis. Life Sciences. (Volume 216, 2019).


Donnerstag, 1. Mai 2025

Kreatin

Kreatin haben wir auch getestet. Man liest es immer wieder in den Facebook Gruppen und auf Instagram und es ist inzwischen auch als Pferdefutter bekannt. Und ja, es wird auch im Bodybuilder Shop angeboten. 

Aber was ist Kreatine überhaupt und was hat es für eine Funktion? Kreatin ist eine Guadinium Verbindung die aus den Aminosäuren Glycin, Methionin und Arginin in den Nieren, der Leber und Bauchspeicheldrüse gebildet wird. 



 Strukturformel von L-Carnitin von Armobarbytal - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Kreatin ist am ATP Recycling beteiligt, hauptsächlich in Muskel- und Hirnzellen. Es wird vor allem bei hoch-intensiver Nutzung der Muskulatur gebildet. Kreatin selbst kann ein Phosphat übernehmen mit seiner Carboxyfunktion (COOH-Gruppe, im Bild links) und wird dabei selbst zum Kreatinphosphat. Ebenso kann Kreatinphosphat die Phosphatgruppe wieder abgeben auf ADP, wobei ATP entsteht. Das Enzym was diese Reaktion katalysiert ist die Kreatin Kinase (CK). 

 Chemische Reaktion der Phosphorylierung von Kreatin von Hbf878 - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Die CK ist vermutlich jedem Pferdebesitzer bekannt, der sich schon einmal ein Blutbild vom Pferd angeschaut hat. Der Wert taucht hier nämlich auf, weil er ein Muskelwert darstellt, insbesondere für die Herz- und Skelettmuskulatur. Ist der CK Wert signifikant erhöht, deutet dies auf eine Schädigung dieser Muskulatur hin. Bei Kreuzverschlägen oder aber bei PSSM2 Pferden im Schub ist der CK gerne mal erhöht. Eine Supplementierung von Kreatin soll zur Ausbildung der Muskulatur helfen sowie bei der Regeneration. Wir haben es bei Rain man getestet und sind bis zu 25 g hoch gegangen. Wir haben wenig Effekt gesehen oder zumindest nicht einen solchen Effekt wie bei Carnitin oder gar bei Q10. Eventuell müsste man noch höher dosieren, allerdings sagt man im Humanbereich, dass das schon mal auf die Nieren gehen kann, zumindest bei Menschen mit Vorerkrankung der Nieren. Das Ganze ist umstritten, aber da Raini schon mal Probleme mit Leber und Nieren hatte, war mir das Ganze zu heikel. Daher füttern wir es jetzt nicht mehr.

Literatur:

  1. M. Hall et.al.: Creatine Suppplementation: An updateCarr Sports Med Rep. (Volme 20, 2021)
  2. F. Farshidfar et. al.: Creatine Supplementation and Skeletal Muscle Metabolism for Building Muscle Mass- Review of the Potential Mechanisms of Action. Curr Protein Pept Sci  (Volume 18, 2017).

  3. J. Vega et. al: Effects of creatine supplementation on renal function. Rev Med Chil. (Volume 147, 2019).

Dienstag, 29. April 2025

Actyl-L-Carnitin und Carnitin

 L-Carnitin (CAR) und Acetyl-L-Carnitin (ALCAR) wird gerne als Zusatzstoff für MIM Pferde empfohlen, wobei ALCAR etwas bekannter ist, soweit ich weiß. Beide sind chemisch sehr ähnlich und sind metabolisch am gleichen Prozess beteiligt. 




Strukturformel von L-Carnitin von NEUrotiker - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original



Strukturformel von L-Carnitin von Edgar181- Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

CAR ist eine Aminosäureverbindung die aus Lysin und Methionin gewonnen wird. Der Körper kann sie selbst synthetisieren, soweit die Ausgangssubstanzen in ausreichender Menge vorhanden sind. 

CAR spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, vor allem bei Muskelzellen. Carnitin transportiert Fettsäuren vom Cytosol in die Mitochondrien, wo diese verstoffwechselt werden zur Energiegewinnung. Das heißt Carnitin ist notwendig für die Verstoffwechselung von Fettsäuren zur Energiegewinnung, was insbesondere für Muskelzellen während Belastung. Hierbei wird L-Carnitin zu Acetyl-L-Carnitin und liegt dann so im Mitochondrium vor. 

Neben der Energiegewinnung während Belastung sagt man CAR auch nach, dass es Schäden an der Muskulatur verhindert und damit auch die Muskelregenerierung nach Belastung erleichtert und Verspannungen verhindert.

Grundlegend kann man also sagen dass CAR und ALCAR in den Zellen in einem Gleichgewicht vorliegen und ineinander umgewandelt werden können. Aber was ist der grundlegende Unterschied?

ALCAR ist die Acetylierte Form von CAR, das heißt eine Hydroxy-Funktion ist durch eine Acetylgruppe ersetzt, was zu einer ganz anderen Eigenschaft des Moleküls führt. So hat ALCAR eine bessere Bioverfügbarkeit und kann auch die Blut-Hirn-Schranke passieren. ALCAR soll aber zusätzlich ähnliche Effekte wie CAR bei den Muskelzellen haben. Daher sagt man, dass CAR eher für die Unterstützung als Energiestoffwechsel und Schutz und Regeneration der Muskeln eingenommen werden kann und ALCAR kann zusätzlich noch einen Effekt auf kognitive Fähigkeiten sowie die Psyche haben. 

Da das natürlich alles auf den Humanbereich bezogen ist, habe ich beides ausprobiert. Ich habe mit ALCAR angefangen, denn das ist als Pferde-Zusatzfutter auch schon bekannt, zumindest im englischsprachigem Raum. Ich habe es aber bei Buxtrade (ein Bodybuilder Shop) bestellt, weil es da um einiges günstiger ist. Für Pferde ist eine Gabe von 10 g empfohlen, daher habe ich ALCAR auch bis 10g getestet. Dann habe ich außerdem 5g ALCAR + 5 g CAR und dann noch 10g CAR getestet. Ich habe beides vor der Arbeit und auch mal nach der Arbeit verabreicht:

  • Ich konnte keine Unterschiede beobachten, ob ich ALCAR, CAR oder die Mischung verabreicht habe
  • Ich konnte kaum einen Unterschied beobachten, wenn ich beides vor oder nach der Arbeit gegeben habe. Eventuell war er etwas lockerer wenn er es vor der Arbeit bekommen hat, aber das war dann nur ein minimaler Effekt, der auch durch irgendetwas anderes ausgelöst werden konnte
  • Ich hatte den Eindruck dass Rain man entspannter wirkte und die Muskeln deutlich lockerer waren (ich habe das Ganze im Winter getestet und er hatte keine Decke an). Er war jedoch nicht fleißiger oder aktiver oder aufgedrehter, wie er es durch Q10 oder Vitamin E ist.
  • Alcar riecht komisch, Metalldosen und Löffel rosten mit der Zeit und das Ganze schmeckt scheinbar nicht so gut auf Dauer.

Ich habe es dann erst einmal abgesetzt, weil der Effekt nicht so super auffällig war wie bei Q10 zum Beispiel und ich noch andere Zusätze testen wollte und Wechselwirkungen erst einmal ausschließen will. Ich glaube, dass es gut für Lockerheit und entspannte Muskulatur sowie Regeneration sein könnte und ich werde es definitiv im Winter nochmal einsetzen. 
Ich würde mich bei Raini jetzt für CAR entscheiden, da günstiger und es wird auch besser gefressen von ihm, zumal ich keinen Unterschied bei den beiden feststellen konnte. Wer ein ganz hibbeliges und unkonzentriertes Pferd hat, fährt eventuell mit ALCAR besser. 

Literatur:

  1. Borum, P.R. CarnitineAnn. Rev. Nutr. (Vulme 3, 1983)
  2. Shy Cian Khor et al.: Vitamin E in Sarcopenia: Current Evidences on Its Role in Prevention and Treatment. Oxidative Medicine and Cellular Longevity (Volume 2014; 2014) 
  3. P.R.Borum: The Role of Carnitine in enhancing physical performance. Food components to enhance performance: an evaluation of potential performance-enhancing food components for operatonal rations (Volume 11, Issue 2; 1991)
  4. Anna Montesano et. al.: Potential therapeutic role of L-Carnitine in skeletal muscle oxidative stress and atrophy conditions. Oxid Med Cell Longev (2015).
  5. Sarah E. Seiler et.al: Carnitine acetyltransferarse mitigates metabolic inertia and muscle fatigue during excercise. Cell Metabolism (Vol. 22, 2015)

Donnerstag, 24. April 2025

MIM (PSSM2) detailliert beschrieben

Ich hatte es ja schon in einem anderen Beitrag geschrieben: Auch mir als Chemiker fehlt oft die biologische Basis um alles rund um MIM zu verstehen. Ich bin in anderen Beiträgen schon detailliert auf die einzelnen Varianten P2 und PX eingegangen aber auf den Muskel an sich und die Auswirkung noch nicht. Die meisten der bekannten Mutationen wie z.B. P2, P3 und P4 führen, wenn sie "ausbrechen", zu Strukturdefekten in der Muskulatur. PX zum Beispiel aber wiederum nicht, das ist jedoch in einem anderen Beitrag beschrieben. Dieser Teil hier ist also nur für die Varianten relevant, die zu Muskelstrukturdefekten führt.

Skelettmuskulatur besteht aus Sarkomeren als kleinste funktionelle Einheit. Die wichtigsten Strukturproteine, die das Sarkomer bilden, sind Aktin, Myosin und Titin, das hat man sicherlich schon mal gehört. Sarkomere werden von den Z-Scheiben begrenzt. Z-Scheiben werden auch Z-Linien oder Z-Streifen genannt. Sie sollen der Stabilisierung der Aktin- und Myosin-Filamenten dienen. Sie organisieren die Myofibrillen und sorgt für die korrekte Ausrichtung der Aktinfilamente, was essentiell ist für die Muskelkontraktion. Die Z-Scheiben sorgen somit für die Struktur der Muskulatur und sind auch maßgeblich an der Muskelkontraktion und damit Funktion der Muskulatur beteilig.


 Skelettmuskulatur von Raul654 - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

P2, P3 und P4 sind Mutationen, die zu einem Veränderten Protein der Z-Scheibe führen können. Das Wiederum führt zu Defekten in der Z-Scheibe, was natürlich die Struktur und Funktion der betreffenden Muskulatur beeinträchtigen kann.

Besser vorstellen kann man sich das Ganze vielleicht auch wie bei einem Muskelkater. Hier findet man nämlich Mikrorisse in den Z-Scheiben. Bis zu 30% der Z-Scheiben können bei einem Muskelkater Defekte aufweisen. Bei mehr als 30% spricht man dann schon von einem Muskelfaserriss. Bei einem Muskelkater, ausgelöst von Mikrorissen in der Z-Scheibe, hat man nicht nur Schmerzen in der Bewegung und ist Druckempfindlich an der entsprechenden Muskulatur, sondern ist auch steifer. Wärme und Entspannung tut hingegen gut. Ich glaube das ist ein sehr guter Vergleich. Man weiß natürlich nicht wirklich, wie sich MIM tatsächlich für die betroffenen Pferde anfühlt, aber ich stelle es mir ähnlich wie Muskelkater vor. Die Intensität hängt dann sicherlich auch davon ab, wie viel von dem defekten Protein in der Muskulatur tatsächlich vorkommt.  Hinzu kommt dann noch die sonstige Konstitution und der Trainingszustand des Pferdes. Ein Pferd das viel Muskulatur hat, kann ein paar defekte Muskelzellen sicherlich besser kompensieren als ein Pferd mit wenig Muskulatur. Ein Pferd mit anderen Baustellen wie ECVM, Kissing Spines oder vielleicht auch nur eine Fehlstellung oder Fehlbearbeitung der Hufe kann Muskeldefekte schlechter kompensieren als ein gut ausbalanciertes Pferd das weniger Baustellen hat. Und daher ist MIM bei vielen Pferden eben auch so unterschiedlich ausgeprägt. Bei den einen merkt man gar nichts obwohl sie viele Varianten haben und dann bei anderen mit nur einer Variante ist das Pferd hochsymptomatisch. 


Dienstag, 11. März 2025

Vitamin E

Vitamin E ist eines der bekanntesten Zusätze bei den PSSM2/MIM Pferden. 
Vitamin E wird meist als Sammelbegriff für alle Tocopherole verwendet. Die wirksamste
Substanz ist das (RRR)-α-Tocopherol. Die meisten meinen genau die Substanz, wenn sie von
Vitamin E sprechen, und ich meine in diesem Beitrag auch das (RRR)-α-Tocopherol, wenn ich
Vitamin E oder Tocopherol schreibe.



Strukturformel von (RRR)-α-Tocopherol von Jü - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original



Vitamin E gehört zu den fettlöslichen Vitaminen, insbesondere auf Grund der langen,
aliphatischen Kette als auch des Phenolrings. Die Struktur des Moleküls lässt schon
vermuten, dass es eine anti-oxidative Funktion hat und das ist auch die bekannteste bzw.
Hauptfunktion des Vitamin E: Es schützt Zellen vor oxidativem Stress, indem es freie Radikale
abfängt und neutralisiert. Oxidativer Stress kann viele Ursachen haben wie zum Beispiel eine
unausgeglichene Ernährung, eine chemische Belastung, Verletzung oder aber auch eine
anstrengende physische Belastung. Gerade in beanspruchter Muskulatur werden reaktive
Sauerstoff Spezies (ROS) wie zum Beispiel Superoxidanionen oder Hydroxyl-Radikale gebildet
was zum Beispiel zu Protein oder Lipidoxidation führen kann und was dadurch die
Zellfunktion und Stabilität beeinträchtigen kann. Daher ist Vitamin E gerade für Muskelzellen
relevant. Vitamin E ist außerdem auch für die Stabilität der Membran von Zellen relevant,
weil es die Packung der einzelnen Membranbestandteile beeinflusst und stabilisiert. Und
auch hier schützt es die Lipide vor Oxidation. Es gibt auch Studien, die zeigen, dass ein Defekt
an der Aufnahme an Vitamin E durch unterschiedliche Ursachen zum Beispiel zu
Muskelatrophie und Myopathie führen kann, aber das Ganze wird kontrovers diskutiert.
Des Weiteren wird Vitamin E auch eine Rolle in der Signalweiterleitung der Zelle
zugeschrieben, was wiederum einen Einfluss auf die Genexpression der Zellen haben kann.
Vitamin E bindet dabei bestimmte Enzyme und aktiviert bzw. inhibiert diese.
Auch im Immunsystem, insbesondere bei Entzündungsreaktionen, spielt Vitamin E eine
Rolle, indem es die Funktion der T-Zellen beeinflusst und auch NK-Zellen aktivieren kann.
Interessant fand ich hier, dass man hier insbesondere auf respiratorische Erkrankungen bzw.
allergische Erkrankungen wie Asthma eingegangen ist.
Wie schon geschrieben ist Vitamin E fettlöslich, daher wird beschrieben, dass es leichter
aufgenommen wird, wenn Fett in der Nahrung vorhanden ist (Bsp. Öl). Es wird in der
Literatur beschrieben, dass auch das veresterte Vitamin E aufgenommen werden kann, da
die Ester zuvor hydrolysiert werden. Und angeblich gibt es keinen Unterschied in der
Bioverfügbarkeit des Esters verglichen zum freien Tocopherol. Vitamin E wird dann im Darm
aufgenommen und hier wird noch genauer untersucht, ob dies durch passive Diffusion oder
ob der Transport durch andere Proteine oder Rezeptoren vermittelt wird. Dann wird es
vaskulär zur Leber transportiert, wo es mit dem α-Tocopherol-transfer Protein verbunden
wird. So gelangt es dann in die Zellen, also den Wirkort. Wenn das Vitamin E einmal ein
Radikal abgefangen/neutralisiert hat, wird es dabei selbst oxidiert und verliert dadurch seine
Funktion. In der Zelle gibt es jedoch Mechanismen zum Recycling von Vitamin E, wobei 
andere Antioxidantien das oxidierte Vitamin E wieder in seine ursprüngliche Form
reduzieren. Als eine mögliche Substanz wird hier die α-Liponsäure diskutiert.
Was sind meine Gedanken zu und Erfahrungen mit Vitamin E: In meiner Zeit als ich noch im
Bereich Zellstoffwechsel geforscht habe, ist mir das Vitamin E nicht wirklich
untergekommen, im Gegensatz zum Co-Enzym Q10. Wir haben jedoch im während meiner
Zeit im Bereich der Arzneimittelproduktion Vitamin E gerne als Antioxidans den Tabletten
beigefügt, um den Wirkstoff vor Oxidation zu schützen und haben auch in dem Zuge ein paar
Studien zum Metabolismus gemacht. Aus meinem Verständnis hat Vitamin E ein großes
Potential als Anti-Oxidans und kann damit vor allem einen Einfluss auf die Funktion und
Stabilität von Muskelzellen haben. Da MIM Pferde oft Probleme mit der Stabilität und
teilweise Funktion/Regernation der Muskeln haben, vor allem bei P2, P3, P4 macht es Sinn
Vitamin E als Ergänzung zu testen.
Bei Rain man habe ich verschiedene Vitamin E Produkte getestet und hatte bisher die beste
Erfahrung mit den Mowivit Kapseln. Ich kann leider nicht genau sagen, woran das liegt, fürchte aber, dass sich das Pulver nicht so gut dosieren lässt und vielleicht auch bei den geringen Mengen die man verfüttert vielleicht auch nicht immer alles im Magen ankommt.
Ich verfüttere Raini das Vitamin E, zusammen mit dem Q10 in seinem Schlonzi vor der Arbeit,
in dem wir auch Öl hinzufügen. Im Moment, also im Winter, haben wir das beste Ergebnis
bei 3 der Mowivit 1000er Kapseln. Ich gebe die Kapseln komplett ins Futter und er frisst sie so
mit. Ab 4 Tabletten wird er etwas Spooky und dadurch habe ich auch feststellen können,
dass das die Wirkung so nach ca. 1,5 h merkbar wird. Und das ist auch in etwa der Zeitpunkt,
bei dem wir das warm up beenden und in die Arbeit über gehen. Im Sommer, wenn er auf
die Weide geht, würde ich überprüfen, ob wir die Menge an Kapseln reduzieren können oder
müssen. Ich habe bei Rain man einen viel größeren Effekt bei Q10 erlebt, also zumindest was
seine Lockerheit bzw. Losgelassenheit angeht, insbesondere auch was seine Psyche angeht.
Allerdings war dieses Jahr das erste Jahr, dass Raini ohne Decke ausgekommen ist, eventuell
hatte da das Vitamin E auch einen Einfluss drauf und er hatte auch das erste Mal kein Husten
im Winter. Da Vitamin E auch einen Effekt auf die Lunge und Atmung haben kann, wäre das
durchaus möglich, jedoch at sicherlich auch das „Auslassen“ der Decke einen großen
Einfluss, da Raini sich sehr eingeengt von Decken fühlt, weil die auf seine Brust drücken und
auch einen Einfluss auf das Zungenbein hat. Wenn man Raini auch nur eine leichte
Fliegendecke anzieht und vorne zumacht, fängt er gerne mal an zu Husten. Wir testen
aktuell noch den Effekt von α-Liponsäure aber haben hier noch keine Ergebnisse und werden
das in einem anderen Beitrag beschreiben.


Nachtrag: 
Wir haben aktuell im Sommer mal versucht die Tabletten von Mowivit durch das Vitamin E Pulver von Horseflex zu ersetzen. Wir hatten das schon mal gefüttert und da hatten wir des Häufiger mal Probleme mit einem total unausgeglichenem Pferd, das beim Spazieren ohne Grund eskaliert ist. Ich hatte damals das Gefühl, dass das ein Dosierungsproblem mit dem Pulver war. Nun hatten wir beim Einschleichen wieder das Problem, dass ich auf einmal einen steigenden Rain Man an der Hand hatte und er ist zuvor nie gestiegen. Ich hab dann nochmal nachgerechnet und gesehen, dass ich mich bei einer Stelle vertan habe und ich ihm zu viel gegeben habe. Jetzt aktuell passt es ganz gut und ich denke wir werden bei einer Mischung aus beidem bleiben, hier mal eine kleine Zusammenfassung:


  • Mowivit Kapseln haben 1000 I.E. (Internationale Einheit) pro Kapseln, sowie 371 mg (R,R,R)-alpha-Tocopherol pro Kapsel und im Durschnitt kostet eine Kapsel 0,34€
  • Das Pulver von Horseflex enthält ca. 339 I.E./g und 280 mg/g des Vitamin E. Somit kostet eine Einheit (1000 I.E.) 0,26€
  • Das Vitamin E (3A700) von Horseflex besteht streng genommen aus Tocopherol Acetat. Das heißt die OH-Gruppe in der oben gezeigten Struktur ist verestert. Daher ist es streng genommen ein Provitamin, dass im Körper von Esterasen zu Vitamin E umgewandelt wird. Während es Stimmen gibt, die behaupten, dass das Acetat nicht biologisch aktiv oder nur mäßig biologisch aktiv sein soll, zeigen Studien, dass es eine vergleichbare Aktivität zu der des Alkohols aufweist. 
  • Das Pulver lässt sich auch in kleinere Einheiten teilen, während die Tabletten nur in 1000er I-E. verfüttert werden können
  • Nicht alle Pferde essen die Kapseln. Rain man isst sie, verliert aber selten mal eine beim Fressen, dann fehlen ihm aber gleich 1000 I.E.
  • Bei dem Pulver werden nur sehr kleine Mengen dem Futter zugemischt, (3g pro 1000 I.E.), da bleibt gerne mal etwas im Trog hängen, im Vergleich zu der Kapsel kommt also nicht immer alles im Pferdemagen an
Wir haben es jetzt so geregelt, dass wir dem Futter 6 g des Horseflex Vitamin E zugeben (das sind dann 2034 I.E.). Zusätzlich bekommt er regulär noch 1 Kapsel Mowivit. Wir lagern das Mowivit im Spint und wenn etwas besonders anstrengendes ansteht oder es besonders kalt ist zum Beispiel, können wir noch eine weitere Kapsel geben. 


Literatur:

  1. Ching Kuang Chow: Vitamin E and oxidative stress. Free Radical Biology and Medicine (Volume 11, Issue 2; 1991)
  2. Shy Cian Khor et al.: Vitamin E in Sarcopenia: Current Evidences on Its Role in Prevention and Treatment. Oxidative Medicine and Cellular Longevity (Volume 2014; 2014) 
  3. L G Tomasi. Reversibility of human myopathy caused by vitamin E deficiency. Neurology (Volume 8, 1979)
  4. Jean-Marc Zingg: Vitamin E: A Role in Signal Transduction. Annual Review Nutrition (2015)
  5. Erin Diane Lewis et al.: Regulatory role of vitamin E in the immune system and inflammation. IUBMB Life (Volume 71 (4) 2018)
  6. Ga Young Lee and Sung Nim Han: The Role of Vitamin E in Immunity. Nutrients (Volume 10 (11). 2018)
  7. Corrine Hanson et al.: Serum Tocopherol Levels and Vitamin E Intake are Associated with Lung Function in the Normative Aging Study. Clinical Nutrition (Volume 35 (1). 2015)
  8. Emmanuelle Reboul: Vitamin E Bioavailability: Mechanisms of Intestinal Absorption in the Spotlight. Antioxidants(Volume 6(4). 2017)
  9. Lisa Schmölz et al.: Complexity of vitamin E metabolism. World J Biol Chem. ( Volume 7(1) 2016)
  10. Oscar Gonzalez-Pereza and Rocio E. Gonzalez-Castaneda: Therapeutic perspectives on the combination of alpha-liponic acid. Nutr. Res. (Volume 26 (1) 2006)

Futteranpassung die Zweite

Wir haben das Futter mehrfach angepasst und wir testen auch weiterhin diverse Zusätze. Wir hatten auch eine professionelle Futterberatung durch jemanden, der sich mit PSSM2 auskennt, der das Futter basierend auf einer Heu Analyse sowie den Blutbildern angepasst hat. Wir haben uns außerdem selbst weiter gebildet um nun immer wieder das Futter anpassen zu können zum Beispiel beim Wechsel auf die Weide bzw. zurück zu Raufutter am Stall.

Bei uns hat es etwa 2 Jahre gebraucht bis wir bei einer guten Basis an Futter waren, bei der sich dann auch eine deutliche Verbesserung bei Raini zu erkennen war. Auf dieser Basis haben wir dann angefangen verschieden Zusätze zu testen. Unser aktuelle Futterplan stelle ich hier einmal dar. 

Ich möchte hier noch einmal darauf hinweisen, dass die Fütterung der PSSM2 sehr individuell ist und von der Haltung, dem Grundfutter (Heuanalyse), der Belastung des Pferdes, der MIM Varianten und der sonstigen Gesundheit abhängt (Blutbild). Raini hat vor allem einen Empfindlichen Darm und gerne mal Kotwasser, darauf mussten wir bei der Futtereinstellung achten. Außerdem hatte er mal eine Vergiftung durch JKK und daher schlechte Leberwerte und auch das mussten wir mit betrachten. Wir haben außerdem bei der Proteinmenge festgestellt, dass er nicht so viel Protein verträgt wie andere MIM Pferde und auch nicht alle Sorten an Protein. Er hatte im letzten Sommer nämlich etwas schlechtere Nierenwerte auf Grund von erhöhten Proteinmengen und als wir es mit Soja probiert hatten, hat er Regenekzem und andere Hautprobleme bekommen. Jeder muss also für sein spezifisches Pferd einen Futterplan erstellen auf Basis der ganzen Informationen. Dennoch möchte ich hier unseren aktuellen Futterplan nennen, damit man einmal schauen kann, was wir unserem n/p2 n/px Wallach füttern und auch wie sich das Futter mit der Zeit geändert hat.


Raini bekommt insgesamt zwei Futter Portionen. Die eine vor der Arbeit: Diese Portion besteht aus einem Schlonzi für seinen empfindlichen Magen & Darm und mit den Zusätzen, die er für die Bewegung braucht wie Magnesium, Q10 und Vitamin E. Nach der Arbeit bekommt er die zweite, größere Portion mit dem ganzen Rest. Im Sommer passen wir das Futter immer etwas an, weil Raini dann auf der Weide steht und viel Gras und nur wenig Heu frisst. 

Bei dieser Zusammensetzung hatten wir nie Probleme dass Raini das Futter nicht frisst, was wir bei Soja zum Beispiel hatten. Wir testen aktuell noch weitere Zusätze, die ich hier noch nicht aufgeführt habe. 



Sonntag, 14. Januar 2024

Coenzym Q10

Coenzym Q10 - was ist das genau und was bringt es? Coenzym Q10 ist chemisch gesehen ein Lipid, wenn auch ein ungewöhnliches, weil es einen Benzo-chinon Ring beinhaltet. Insgesamt gibt es drei Strukturen von dem Molekül, von denen zwei so stabil sind, dass sie isloliert werden können: Das Ubiquinon ist die oxidierte, Ketoform des Moleküls und Ubiquinol die reduzierte Hydroxiform. Das Molekül hat eine hydrophobe Seitenkette unterschiedlicher Länge, bei Q10 sind es eben 10 Einheiten. Es gibt noch mehr Varianten, wie z.B. Q9, mit 9 Einheiten in der Seitenkette. Q9 kommt auch im humanen Organismus vor, wenn auch in geringeren Mengen wie das Q10. Die hydrophobe und damit lipophile Seitenkette lässt vermuten, dass das Molekül hauptsächlich in der Membran lokalisiert ist. 



Strukturformel von Ubiquinon von Sponk - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Strukturformel von Ubiquinol von NEUROtiker - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Generell kommt es ubiquitär, das heißt überall im Organismus vor, sowohl in der reduzierten, als auch in der oxidierten Form. Der Organismus kann die beiden Formen ineinander umwandeln und genau das ist auch die Grundlage für die Funktion dieses Co-Enzyms: Zum einen ist Q10 ein wichtiger Bestandteil der Atmungskette im Mitochondrium, dem Kraftwerk einer Zelle. Das in der Mambran vorliegende Ubiquinon übernimmt von dem NADH, das aus der Nahrungsumwandlung im Katabilismus erzeugt wurde, Elektronen und Protonen und wird so selbst zum Ubiquinol reduziert. Auf der anderen Seite der Membran gibt es Protonen ab, die positiv geladen sind. So entsteht an der Membran ein elektrochemisches Potential, das zur ATP (=Energiegewinnung) genutzt wird. Q10 ist somit direkt an der Energiegewinnung beteiligt, darum wundert es nicht, dass es am häufigsten in den Organen mit hohem Energiebedarf vorkommen wie Herz, Niere und Leber. Aber auch im Muskel ist Q10 in hoher Konzentration vorhanden. Dea Weiteren agiert Q10, ähnlich wie Vitamin E, als Antioxidans bzw. Radikalfänger. Bei oxidativem Stress entstehen Radikale in einer Zelle, die Proteine, Lipide und DNA schädigen können. Hier ist die reduzierte Form notwendig, denn diese fängt die radikale ab und wird dabei selbst oxidiert. Interessant zu erwähnen ist hierbei, dass Ubiquinol z.B. auch oxidiertes Vitamin E wieder regenerier. Man konnte auch feststellen, dass Blutzellen, wie Leukozyten z.B. eine Erhöhte Aufnahme von Q10 aufweisen, wenn dieses supplementiert wird und so DNA Schäden in den Zellen verringert wird. Auch konnte gezeigt werden, dass die erhöhte Q10 Konzentration im Plasma mit einer erhöhten Aktivität von Killerzellen korreliert. Somit ist Q10 auch Immunsystem aktiv. Auch soll Q10 endotheliale Funktionen haben, was eine Studie mit Typ 2 Diabetikern zeigte. Es werden noch viele weitere Funktionen  diskutiert wie z.B. die Signaltransduktion. Wichtig zu erwähnen ist z.B. auch noch, dass Q10 auch mit den Spannungs-abhängigen Calciumkanälen und damit den Nerven in Verbindung gebracht werden, was es vielleicht gerade für PX Pferde interessant macht.

Aber was genau bringt Q10 denn jetzt eigentlich einem PSSM2 Pferd? Das kann man so genau jetzt nicht sagen, weil es hier kaum Studien gibt. Im Humanbereich wird Q10 aber bei Myopathien, insbesondere der Cardiovaskulären Myopathie eingesetzt. Gibt man da jetzt Ubiquinon oder Ubiquinol? Der Literatur nach soll das egal sein, Bei den meisten Studien wurde das Ubiquinon verwendet. Letzten Endes kann der Organismus ja auch beide Formen ineinander umwandeln. Was allerdings einen Unterscheid macht ist das Vehikel und zwar soll die Aufnahme am besten aus Kapseln erfolgen. 

Ich habe bei Rain man Folgende Produkte ausprobiert: Von St. Hippolyt das Nano Shot Q10, von Bulk das Co-Enzym Q10 Pulver und von Sunday das Kaneka Ubiquinol in Kapseln. Ich hatte in einem Podcast gehört, dass Christina Wesseling gerade bei pX Pferden Erfolg mit Q10 hatte. Und da sie ja die WES Reihe von Hippolyt entwickelt hatte, lag es nahe, hier das Q10 zu bestellen. Hier sind  165 mg Ubiquinon in 3ml enthalten, macht 55 mg/ml. Angaben zur Anwendung beim Pferd gibt es nicht, weil das Produkt angeblich für den Humanbereich wäre, da sollen 3 ml/100 kg verabreicht werden. Wenn man in den Gruppen auf Facebook schaut, geben die Leuten ihren Pferden zwischen 10-20 ml vor einem Training oder Turnier, aber nicht täglich. Ich habe es bei Raini täglich gegeben und bin daher eher so im Bereicht zwischen 5-10 ml geblieben und dies ca. 1h vorm Training verabreicht. 15 ml waren auch noch ok, so dass ich bei anstrengenden Trainings (Unterricht z.B.) 15 ml gegeben habe und sonst 10. 20 ml habe ich einmal probiert, da war Raini dann aber echt auf 180 und sehr Umweltorientiert. Was habe ich bemerkt. Also gerade bei 10-15 (550-825 mg) ml war Raini etwas schneller locker aber es war jetzt nicht der mega große Unterschied. Ich wollte es aber weiter probieren, gerade im Winter, wenn die kalten Tage kommen. Dann gab es aber Lieferschwierigkeiten und daher bin ich erst auf das Q10 von Bulk gestoßen. Ebenfalls Ubiquinon. Das Pulver beinhaltet nahezu 100% reines Q10, heißt 1g Pulver sind 1g Q10. Hier füttere ich ca. 500 mg 1 h vor der Bewegung, bei etwas anstrengenderen Arbeit auch schon mal 1g. Und hier war der Unterschied echt deutlich zu merken, insbesondere in seinem Verhalten. Er ist einfach vom mentalen her sehr viel besser drauf. Man muss dazu sagen, dass Raini ein mehr in sich gekehrtes, zurückhaltendes Pferd im Umgang mit dem Menschen ist, er ist wie ein Autist und das ist ja auch, was man über pX Pferde sagt. Aber auf einmal wurde er offener und fragte mehr nach Leckerli und Krauleinheiten, zeigt einem, wo genau man Kraulen soll und teilweise hab ich auch den Eindruck, dass er mich ärgern will, indem er z.B. immer wieder Sachen runter schmeißt, die ich gerade aufgehoben habe. Er geht nun auch zu ihm "unbekannten" Menschen und will gekrault werden, das hat er früher nie getan. Im Training ist er konzentrierter und hat deutlich mehr Energie. Ich musste ihn früher immer viel animieren Vorwärts zu gehen und brauchte deutlich mehr Hilfen als jetzt. Er läuft auch lockerer bzw. zufriedener. Bis auf ein paar wenige Tage wo es wirklich sehr kalt war, hatte Raini kaum mehr Probleme mit seiner linken Hinterhand. Trotzdem wollte ich doch mal schauen, ob es einen Unterschied mit Ubiquinol gibt. Daher habe ich noch die Sunday Kapseln bestellt. Hier sind  30 mg Ubiquinol pro Kapsel drin. Weil Raini das Ubiquinon so gut tat, wollte ich dieses nicht ganz weglassen, davor hatte ich im Winter zu viel Schiss. Aber ich habe es bei 500 mg belassen, auch bei anstrengenden Tagen und gebe nun zusätzlich nach dem Training 3 Kapseln Ubiquinol. Die frisst er auch ohne Probleme mit. Ich muss sagen, dass man nicht den großen Unterschied bemerkt hat, weil er eh schon gut war. Aber die besten Reitstunden und den größten Fortschritt beim Beritt hatte er seitdem er noch das Ubiquinol bekommt. Ich kann jetzt natürlich nicht sagen, ob das an dem Ubiquinol oder an der Verabreichung in der Kapsel liegt. Daher habe ich jetzt noch Ubiquinon bei Sunday bestellt, da sind 200 mg pro Kapsel drin. Danach werde ich, wenn es wieder wärmer ist, schauen auf was ich das Q10 reduzieren kann und noch ein lockeres Pferd habe, ob besser vor dem Training im Futter oder danach. Was ich jetzt weiß ist, dass Q10 zumindest dem Rain man gut tut, warum und wie das Q10 dabei jetzt wirkt, weiß ich nicht. Ich denke, das muss jeder mit seinem Pferd selbst einmal ausprobieren. Ich glaube aber, dass es nicht unbedingt Ubiquinol sein muss wie es immer suggeriert wird, im Humanbereich zeigen die Studien eine ebenso hohe Wirksamkeit bei Ubiquinon. Ich überlege nun, ob wir nicht auch mal schauen, ob der Fabi nicht auch etwas Q10 gut tun würde und ich werde es auch einmal selbst nehmen.


Literatur:

- Turunen et al.; Metabolism and function of Coenzym Q;  Biochimica et Biophisica Acta 1660 (2004):     171-199

- Tomasetti et al.; In vivo supplementation with Coenzym Q10 enhances the recovery of human lymphocytes from oxidative DNA damage; FASEB J. 15 (2001):1425-1427

- Ravaglia et al.; Effekt of micronutritient status on natural killer cell immune function in healthy free-living subjects aged >90 y. Am. J. Clin. Nutr. 71 (2000): 590-598

- Hodgson et al.; Coenzyme Q10 improves blood pressure and glycaemic control: a conttrolled clinical trial in subjects with type 2 diabetes; Eur. J. Clin. Nutr. 56 (2002): 1137-1142

- Fladerer and Grollitsch; Comparision of Coenzyme Q10 (Ubiquinone) and reduced Coenzyme Q10 (Ubiquinol) as supplement to prevent Cardiovascular Disease and reduce Cardiovascular Mortality; Curr Cardiol Rep (2023)

- Qu et al.; Effects of Coenzyme Q10 on Statin-Induced Myopathy: An Updated Meta-Analysis of randomized controlled trials; J Am Heart Ass 7 (2018).

Donnerstag, 21. September 2023

Pferdefutter

Über das Futter von Pferden kann man ja bekanntlich ganze Bücher schreiben :-) Ich habe mit beiden Pferden gelernt, dass man mit Futter viel falsch machen kann aber auch vieles richtig machen kann und PSSM2 z.B. managen kann. Bei unserer Stute machen wir auch einiges mit dem Futter um einen weiteren IMMK Schub zu verhindern, ob das jetzt wirklich etwas bringt, wissen wir natürlich nicht ohne Kontrollgruppe aber bisher hatte sie keinen weiteren Schub, Bei PSSM2 ist das schon deutlicher, Raini geht es sehr viel besser seit der Futterumstellung und er reagiert auch sehr empfindlich wie z.B. mit Kotwasser oder mit Hautproblemen auf verschiedene Dinge die er nicht verträgt wie z.B. Soja. 

Ich werde hier auf dem Blog einiges beschreiben, was wir in der Zeit für Erfahrung gemacht haben. Das was ich schreibe ist natürlich spezifisch für unsere Pferde und da Pferde alle unterschiedlich sind, ist das nicht allgemeingültig. Aber da man gerade bei PSSM2, IMMK und anderen Dingen immer experimentieren muss, hilft vielleicht unsere Erfahrung auch anderen Pferdebesitzern. Ich möchte hier auch noch erwähnen, dass die Futtermittel, die ich hier erwähne alle von uns getestet wurden und die zahlen wir auch alle selbst, das ist keine Werbung.

Hier werde ich alle Links zu den einzelnen Beiträgen die ich zu Futter gemacht habe:


Samstag, 26. August 2023

PSSM2 - und nun?

Ich denke für die meisten wird die Diagnose ein Schock sein, auch wenn man es vielleicht schon vermutet hat, für mich war es einer. Vielleicht fühlt auch der ein oder andere eine Erleichterung weil es eine Erklärung ist und vielleicht das Ende einer langen Diagnostik Odyssee.  Und die Diagnose ist erst der Anfang. Eine Heilung gibt es nicht für eine Erkrankung die durch Genmutation entstanden ist, man kann eventuell die Symptome lindern. Ein PSSM2 Pferd wird immer ein PSSM2 Pferd bleiben. Aber das heißt auch: Es ist noch immer das gleiche Pferd wie vor der Diagnose, das Pferd was wir einmal ausgesucht haben.

Ich weiß, dass jeder Träume oder Wünsche hat, wenn man sich ein Pferd kauft. Sei es die Teilnahme an Turnieren, Lehrgängen, Teilnahme an einem Distanzritt oder eventuell mal ein Fohlen aus der Stute ziehen usw. Niemand kauft sich ein Pferd mit dem Traum ein krankes Pferd zu haben mit dem man einen langen Reha Prozess starten muss um es danach eventuell wieder richtig reiten zu können. Die Diagnose zieht also immer Enttäuschung mit Sich. Meiner Meinung nach sollte man als aller erstes seine Träume begraben. Ja, das klingt hart, aber es ist unheimlich wichtig für die Beziehung mit dem Pferd und dadurch auch dem Erfolg des weiteren weg. Das heißt nicht, dass es nicht vielleicht doch irgendwann mal möglich sein wird dass der Traum doch wahr wird, aber erst einmal steht er nur im Weg. Denn wenn man mit bestimmten Erwartungen und Bildern im Kopf zu seinem Pferd fährt und dieses es nicht im geringsten erfüllen kann, wird es nur enttäuschen und frustrierend, für beide. Das Pferd kann am aller wenigsten etwas für die Situation. Das wichtigste Ziel sollte es erst einmal sein die Situation für das Pferd zu verbessern und man sollte sich hier über jedes kleinste Verbesserung freuen. Das Pferd braucht uns voll und ganz fokussiert auf seine Gesundheit. Uns hat es sehr geholfen erst einmal mit gar keiner Erwartung an das Training zu gehen. Die Beziehung zu Raini hat sich sehr verändert als er realisiert hat, dass ich mich einfach über die gemeinsame Zeit freue und ich nicht mehr von ihm fordere als er mir in der Situation geben kann. Ich denke gerade einem PXler gibt das Sicherheit. PSSM2 hat einiges an meiner Sicht auf Pferde und Reiten komplett geändert. Pferde besitzen ist so viel mehr als nur Reiten. Selbst wenn Raini eine richtig gute Phase hat, arbeite ich oft lieber mit ihm vom Boden als zu reiten oder gehe spazieren an statt auszureiten. 

Und es werden sicherlich auch mal die Gedanken kommen wie oft man vielleicht dem Pferd unrecht getan hat und sich über das Pferd geärgert hat, weil es einen "verarscht" oder es nicht will bzw. keine Lust hat, obwohl es einfach nicht konnte. Aber auch diese Gedanken muss man auf Seite schieben, es wird dem Pferd nicht helfen. 



Montag, 21. August 2023

PSSM 2 konformes Training - Das Aufwärmen

Für ein PSSM2 Pferd wie Rain man ist das Aufwärmen vorm Training sehr wichtig. Natürlich bewegt er sich im Offenstall viel, aber das ist nicht ausreichend damit die Muskulatur locker und warm wird. Wir haben nicht die Aufwärmmethode die immer angewendet wird und dann auch immer funktioniert, wir variieren das, je nachdem was Raini braucht. Aber es gibt ein paar Dinge, die wir immer machen. 

Wenn ich Raini geputzt habe oder auch während dem Putzen, streiche ich auch immer schon seine Muskulatur an der Kruppe und Hinterhand aus. Dann massiere ich auch noch leicht. Oft nehme ich das Novafon dazu. Das mag er und oft verlangt er auch, dass ich noch weiter mache, wenn ich aufhöre. 

Beim Auskratzen der Hufe dehne ich etwas seine Muskeln indem ich den Huf auf die andere Seite, also überkreuz, abstelle.

Dann mache ich Kauübungen auf beiden Seiten. Dabei lege ich den Finger unter die Zunge und animiere ihn zum Kauen, er schiebt dann erst die Zunge vor und zurück und wenn er anfängt die Zunge zu drehen, dann höre ich auf. Das lockert das Zungenbein. 

Wir fangen immer am Boden an, mindestens 10-15 min, egal was wir für ein Training haben. Dabei machen wir meist Seitengänge wie Schulter- und Kruppeherein und dann versuche ich auch schon etwas den Schwerpunkt nach hinten zu verlagern. Je nachdem mache ich dann auch schon ein paar Schritt-Trab Übergänge. Nur wenn er dabei locker wird, setze ich mich dann auch drauf, sonst nicht. Wichtig ist, dass das Pferd in dieser Phase schon arbeitet, vor allem auch mit seiner Konzentration, von der ein Pferd ja eh nicht so viel hat. Daher Arbeite ich danach wirklich nicht so viel, eher so 15-20 min, ganz selten mal 30 min. Ich weiß, dass das gerade bei einem PSSM2 Pferd oft schwer ist, weil es so lange dauert bis dieses warm ist. Aber man macht die Pferde auch einfach mürbe wenn man zu lange mit ihnen arbeitet. Dann muss man wirklich lange Pausen einbauen in denen das Pferd auch mal abschalten kann. 

Wir haben noch einige andere Dinge, die wir auch immer wieder im Wechsel einsetzen wie das Bemer Horse Set, das Novafon, Balance Pads und machen auch schon mal ein paar Emmett Griffe. All diese Dinge machen wir aber eben nicht täglich. Ich werde sie in einem getrennten Beitrag beschreiben.

Natürlich ist auch die Cool down Phase wichtig, da gehen wir aber meist einfach Schritt oder etwas spazieren oder machen ein klein wenig Line free.


*Dieser Post enthält Werbung, da ich die genaue Bezeichnung und die Herstellernamen der Futter benenne*