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Dienstag, 17. Februar 2026

Astaxanthin (ASX)

Astaxanthin (ASX) ist ein rötlich-violetter Farbstoff der zum Beispiel für die Rotfärbung von Krebstieren verantwortlich ist. Es gehört chemisch gesehen zu den Carotinoiden. ASX ist eines der stärksten natürlichen Reduktionsmittel. Das besondere an der Struktur, im Vergleich zu anderen Reduktionsmitteln ist, dass es lipophile und hydrophile Eigenschaften hat und daher in beiden Umgebungen vorliegen kann. Daher kann ASX die Zellmembran durchspannen und kann sowohl intrazellulär sowie extrazellulär als auch innerhalb der Membran wirken.



Strukturformel von Astaxanthin (ASX) von Jü- Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Da ASX in der Zellmembran sitzt, kann es auch die Membran vor der Lipidoxidation und damit Zerstörung schützen. Es schützt außerdem die Mitochondrien, welche die Kraftwerke der Zellen darstellen, vor oxidativen Stress. Oxidativer Stress kann zur Dysfunktion führen, ebenso zur Apoptose, dem Zelltod. Indem ASX die oxidativen Spezies abfängt und neutralisiert, kann es die Mitochondrien Funktion erhalten, meint dass weiter ATP produziert wird. Das ist vor allem in Muskelzellen bei muskulärer Anstrengung wichtig aber natürlich gibt es Mitochondrien in allen Zellen und auch da kann es zu oxidativem Stress kommen. ASX hat außerdem entzündungshemmende als auch immunmodulatorische Eigenschaften. Des Weiteren kann ASX auch neuroprotektive Funktion ausüben sowie das Herz-Kreislauf System unterstützen. Durch die Antioxidative Wirkung insbesondere in Muskelzellen, kann es die Regeneration nach dem Sport verbessern als auch Muskelkater reduzieren und Muschelschäden verhindern. ASX kann die Blut-Hirn-Schranke als auch die Blut-Retina-Schranke überwinden und es kann Haut und Augen vor UV Schäden schützen. 

ASX ist somit ein sehr interessantes Nahrungsergänzungsmittel, dass viele Funktionen unterstützen kann und es wurde tatsächlich auch schon für Pferde entdeckt. Es gibt noch nicht wirklich viele Studien mit vielen Kandidaten, das heißt die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen. In der Literatur wird beschrieben dass eine Supplementierung mit ASX den trainings-assoziierten Stress reguliert und den natürlichen Redox-Status in Richtung der reduktiven Spezies verschiebt. Muskelschäden werden reduziert durch eine ASX Supplementierung, insbesondere wenn man es zusammen mit Carnitin verabreicht und in einer Studie wird sogar beschrieben dass Lahmheit, ausgelöst durch Muskelschmerz, reduziert wird. Im Grunde ist ASX von der Funktion her ähnlich wie zum Beispiel Q10 oder Vitamin E, es ist einfach nur signifikant stärker in der Reduktionskraft und es es kann auf Grund seiner Struktur in allen Kompartimenten im Körper vorliegen. Daher ist es sehr interessant für MIM Pferde und daher habe ich es auch bei Rain man probiert. Es gibt leider nicht ganz so viele Anhaltspunkte für eine sinnvolle Konzentration. Ich habe bei Rain man die Kapseln von Vitabay gekauft, da sind mit 12 mg pro Kapsel schon eine Recht hohe Dosis eingesetzt. Ich füttere Rain man davon meist 2-3 Kapseln, je nachdem was wir vor haben. Dazu gebe ich dann aktuell noch 5g Carnitin von Buxtrade. Bei Rain man hat das ASX einen sehr auffälligen Effekt was sein Verhalten angeht. Er ist nochmal offener geworden, geht auf den Menschen zu auch fremde Menschen und Männer. Er ist auch in der Bewegung lockerer und in diesem Winter ist er nicht einmal steif gewesen, trotz < -10°C und Nässe ohne Decke. Wenn ich das Carnitin zugebe sehe ich den gleichen Effekt wie als wir das Carnitin alleine, er ist dadurch wirklich nochmal lockerer in der Muskulatur und entspannter. Ich würde nicht sagen dass das ASX besser oder schlechter als Q10 ist, weil ich das Q10 nicht weggelassen habe. Das traue ich mich aktuell einfach nicht, weil er sehr gut drauf ist. Man kann natürlich beides mal einzeln testen, allerdings ist ASX doch deutlich teurer als Q10 und ich habe es bisher in der günstigsten Form nur in Kapseln gefunden. Wem Q10 nicht hilft, der könnte es mit ASX mal probieren, eventuell bringt dann die etwas größere Reduktionskraft etwas. Wir werden es weiter bei Rain man in den unterschiedlichen Kombinationen testen. Aber da es auch die Blut-Retina-Schranke durchdringen kann, werden wir es auch bei Fabi mal für die Unterstützung des Auge einsetzen. 


Literatur:

N. Rizzardi et al.: Natural Astaxanthin Is a Green Antioxidant Able to Counteract Lipid Peroxidation and Ferroptotic Cell Death; Int J Mol Sci.: Vol. 23 (23; 2022).

A.M. Wold et. al.: Astaxanthin protects mitochondrial redox state and functional integrity against oxidative stress; J Nutr Biochem: Vol. 21 (5; 2021)

F.M. Youssef et. al.: The anti-inflammatory and antioxidant effects of astaxanthin as an adjunctive therapy in community-acquired pneumonia: a randomized controlled trial;  Front Pharmacol: Vol 16 (2025)

C.P.M Pareira et. al.: Antioxidant and anti-inflammatory mechanisms of action of astaxanthin in cardiovascular diseases (Review); Int J Mol Med: Vol. 47 (1; 2020).

K. Tominaga: Protective effects of astaxanthin on skin deterioration; J Clin Biochem Nutr: Volume 61 (1; 2017).

B. Giercuszkiewicz-Hecold et. al.: The effect of long term astaxanthin supplementation on the antioxidant status of racing Arabian horses – preliminary study; Sci Rep: Vol. 14 (2024)

F. Sato et. al.: Effects of Daily Astaxanthin and L-Carnitine Supplementation for Exercise-Induced Muscle Damage in Training Thoroughbred Horses; Journal of Equine Veternary Science: Vol- 35 (10; 2015)

B. Giercuszkiewicz-Hecold et. al.: Astaxanthin supplementation in Arabian racing horses mitigates oxidative stress and inflammation in peripheral blood mononuclear cells through enhanced mitophagy; Scientific Reports: Vol. 15 (14633, 2025).


Sonntag, 14. Januar 2024

Coenzym Q10

Coenzym Q10 - was ist das genau und was bringt es? Coenzym Q10 ist chemisch gesehen ein Lipid, wenn auch ein ungewöhnliches, weil es einen Benzo-chinon Ring beinhaltet. Insgesamt gibt es drei Strukturen von dem Molekül, von denen zwei so stabil sind, dass sie isloliert werden können: Das Ubiquinon ist die oxidierte, Ketoform des Moleküls und Ubiquinol die reduzierte Hydroxiform. Das Molekül hat eine hydrophobe Seitenkette unterschiedlicher Länge, bei Q10 sind es eben 10 Einheiten. Es gibt noch mehr Varianten, wie z.B. Q9, mit 9 Einheiten in der Seitenkette. Q9 kommt auch im humanen Organismus vor, wenn auch in geringeren Mengen wie das Q10. Die hydrophobe und damit lipophile Seitenkette lässt vermuten, dass das Molekül hauptsächlich in der Membran lokalisiert ist. 



Strukturformel von Ubiquinon von Sponk - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Strukturformel von Ubiquinol von NEUROtiker - Eigenes Werk, Gemeinfrei: Original

Generell kommt es ubiquitär, das heißt überall im Organismus vor, sowohl in der reduzierten, als auch in der oxidierten Form. Der Organismus kann die beiden Formen ineinander umwandeln und genau das ist auch die Grundlage für die Funktion dieses Co-Enzyms: Zum einen ist Q10 ein wichtiger Bestandteil der Atmungskette im Mitochondrium, dem Kraftwerk einer Zelle. Das in der Mambran vorliegende Ubiquinon übernimmt von dem NADH, das aus der Nahrungsumwandlung im Katabilismus erzeugt wurde, Elektronen und Protonen und wird so selbst zum Ubiquinol reduziert. Auf der anderen Seite der Membran gibt es Protonen ab, die positiv geladen sind. So entsteht an der Membran ein elektrochemisches Potential, das zur ATP (=Energiegewinnung) genutzt wird. Q10 ist somit direkt an der Energiegewinnung beteiligt, darum wundert es nicht, dass es am häufigsten in den Organen mit hohem Energiebedarf vorkommen wie Herz, Niere und Leber. Aber auch im Muskel ist Q10 in hoher Konzentration vorhanden. Dea Weiteren agiert Q10, ähnlich wie Vitamin E, als Antioxidans bzw. Radikalfänger. Bei oxidativem Stress entstehen Radikale in einer Zelle, die Proteine, Lipide und DNA schädigen können. Hier ist die reduzierte Form notwendig, denn diese fängt die radikale ab und wird dabei selbst oxidiert. Interessant zu erwähnen ist hierbei, dass Ubiquinol z.B. auch oxidiertes Vitamin E wieder regenerier. Man konnte auch feststellen, dass Blutzellen, wie Leukozyten z.B. eine Erhöhte Aufnahme von Q10 aufweisen, wenn dieses supplementiert wird und so DNA Schäden in den Zellen verringert wird. Auch konnte gezeigt werden, dass die erhöhte Q10 Konzentration im Plasma mit einer erhöhten Aktivität von Killerzellen korreliert. Somit ist Q10 auch Immunsystem aktiv. Auch soll Q10 endotheliale Funktionen haben, was eine Studie mit Typ 2 Diabetikern zeigte. Es werden noch viele weitere Funktionen  diskutiert wie z.B. die Signaltransduktion. Wichtig zu erwähnen ist z.B. auch noch, dass Q10 auch mit den Spannungs-abhängigen Calciumkanälen und damit den Nerven in Verbindung gebracht werden, was es vielleicht gerade für PX Pferde interessant macht.

Aber was genau bringt Q10 denn jetzt eigentlich einem PSSM2 Pferd? Das kann man so genau jetzt nicht sagen, weil es hier kaum Studien gibt. Im Humanbereich wird Q10 aber bei Myopathien, insbesondere der Cardiovaskulären Myopathie eingesetzt. Gibt man da jetzt Ubiquinon oder Ubiquinol? Der Literatur nach soll das egal sein, Bei den meisten Studien wurde das Ubiquinon verwendet. Letzten Endes kann der Organismus ja auch beide Formen ineinander umwandeln. Was allerdings einen Unterscheid macht ist das Vehikel und zwar soll die Aufnahme am besten aus Kapseln erfolgen. 

Ich habe bei Rain man Folgende Produkte ausprobiert: Von St. Hippolyt das Nano Shot Q10, von Bulk das Co-Enzym Q10 Pulver und von Sunday das Kaneka Ubiquinol in Kapseln. Ich hatte in einem Podcast gehört, dass Christina Wesseling gerade bei pX Pferden Erfolg mit Q10 hatte. Und da sie ja die WES Reihe von Hippolyt entwickelt hatte, lag es nahe, hier das Q10 zu bestellen. Hier sind  165 mg Ubiquinon in 3ml enthalten, macht 55 mg/ml. Angaben zur Anwendung beim Pferd gibt es nicht, weil das Produkt angeblich für den Humanbereich wäre, da sollen 3 ml/100 kg verabreicht werden. Wenn man in den Gruppen auf Facebook schaut, geben die Leuten ihren Pferden zwischen 10-20 ml vor einem Training oder Turnier, aber nicht täglich. Ich habe es bei Raini täglich gegeben und bin daher eher so im Bereicht zwischen 5-10 ml geblieben und dies ca. 1h vorm Training verabreicht. 15 ml waren auch noch ok, so dass ich bei anstrengenden Trainings (Unterricht z.B.) 15 ml gegeben habe und sonst 10. 20 ml habe ich einmal probiert, da war Raini dann aber echt auf 180 und sehr Umweltorientiert. Was habe ich bemerkt. Also gerade bei 10-15 (550-825 mg) ml war Raini etwas schneller locker aber es war jetzt nicht der mega große Unterschied. Ich wollte es aber weiter probieren, gerade im Winter, wenn die kalten Tage kommen. Dann gab es aber Lieferschwierigkeiten und daher bin ich erst auf das Q10 von Bulk gestoßen. Ebenfalls Ubiquinon. Das Pulver beinhaltet nahezu 100% reines Q10, heißt 1g Pulver sind 1g Q10. Hier füttere ich ca. 500 mg 1 h vor der Bewegung, bei etwas anstrengenderen Arbeit auch schon mal 1g. Und hier war der Unterschied echt deutlich zu merken, insbesondere in seinem Verhalten. Er ist einfach vom mentalen her sehr viel besser drauf. Man muss dazu sagen, dass Raini ein mehr in sich gekehrtes, zurückhaltendes Pferd im Umgang mit dem Menschen ist, er ist wie ein Autist und das ist ja auch, was man über pX Pferde sagt. Aber auf einmal wurde er offener und fragte mehr nach Leckerli und Krauleinheiten, zeigt einem, wo genau man Kraulen soll und teilweise hab ich auch den Eindruck, dass er mich ärgern will, indem er z.B. immer wieder Sachen runter schmeißt, die ich gerade aufgehoben habe. Er geht nun auch zu ihm "unbekannten" Menschen und will gekrault werden, das hat er früher nie getan. Im Training ist er konzentrierter und hat deutlich mehr Energie. Ich musste ihn früher immer viel animieren Vorwärts zu gehen und brauchte deutlich mehr Hilfen als jetzt. Er läuft auch lockerer bzw. zufriedener. Bis auf ein paar wenige Tage wo es wirklich sehr kalt war, hatte Raini kaum mehr Probleme mit seiner linken Hinterhand. Trotzdem wollte ich doch mal schauen, ob es einen Unterschied mit Ubiquinol gibt. Daher habe ich noch die Sunday Kapseln bestellt. Hier sind  30 mg Ubiquinol pro Kapsel drin. Weil Raini das Ubiquinon so gut tat, wollte ich dieses nicht ganz weglassen, davor hatte ich im Winter zu viel Schiss. Aber ich habe es bei 500 mg belassen, auch bei anstrengenden Tagen und gebe nun zusätzlich nach dem Training 3 Kapseln Ubiquinol. Die frisst er auch ohne Probleme mit. Ich muss sagen, dass man nicht den großen Unterschied bemerkt hat, weil er eh schon gut war. Aber die besten Reitstunden und den größten Fortschritt beim Beritt hatte er seitdem er noch das Ubiquinol bekommt. Ich kann jetzt natürlich nicht sagen, ob das an dem Ubiquinol oder an der Verabreichung in der Kapsel liegt. Daher habe ich jetzt noch Ubiquinon bei Sunday bestellt, da sind 200 mg pro Kapsel drin. Danach werde ich, wenn es wieder wärmer ist, schauen auf was ich das Q10 reduzieren kann und noch ein lockeres Pferd habe, ob besser vor dem Training im Futter oder danach. Was ich jetzt weiß ist, dass Q10 zumindest dem Rain man gut tut, warum und wie das Q10 dabei jetzt wirkt, weiß ich nicht. Ich denke, das muss jeder mit seinem Pferd selbst einmal ausprobieren. Ich glaube aber, dass es nicht unbedingt Ubiquinol sein muss wie es immer suggeriert wird, im Humanbereich zeigen die Studien eine ebenso hohe Wirksamkeit bei Ubiquinon. Ich überlege nun, ob wir nicht auch mal schauen, ob der Fabi nicht auch etwas Q10 gut tun würde und ich werde es auch einmal selbst nehmen.


Literatur:

- Turunen et al.; Metabolism and function of Coenzym Q;  Biochimica et Biophisica Acta 1660 (2004):     171-199

- Tomasetti et al.; In vivo supplementation with Coenzym Q10 enhances the recovery of human lymphocytes from oxidative DNA damage; FASEB J. 15 (2001):1425-1427

- Ravaglia et al.; Effekt of micronutritient status on natural killer cell immune function in healthy free-living subjects aged >90 y. Am. J. Clin. Nutr. 71 (2000): 590-598

- Hodgson et al.; Coenzyme Q10 improves blood pressure and glycaemic control: a conttrolled clinical trial in subjects with type 2 diabetes; Eur. J. Clin. Nutr. 56 (2002): 1137-1142

- Fladerer and Grollitsch; Comparision of Coenzyme Q10 (Ubiquinone) and reduced Coenzyme Q10 (Ubiquinol) as supplement to prevent Cardiovascular Disease and reduce Cardiovascular Mortality; Curr Cardiol Rep (2023)

- Qu et al.; Effects of Coenzyme Q10 on Statin-Induced Myopathy: An Updated Meta-Analysis of randomized controlled trials; J Am Heart Ass 7 (2018).

Montag, 13. Februar 2023

PSSM2 Diagnose

 "Wie habt Ihr gemerkt das Rain man PSSM2 hat?" ist die häufigste Frage die mit in Verbindung mit der Krankheit gestellt wird. Die ehrliche Antwort: Gar nicht. Er war immer schon komisch, anders als andere Pferde, im Verhalten und auch beim Reiten. Das war aber alles nichts wo man jetzt unbedingt sagen würde dass er chronisch krank wäre. Er hatte bis dato nie gelahmt. Vieles hatten wir uns immer damit erklärt, dass er eben falsch ausgebildet wurde und auch misshandelt wurde. Die Idee dass er PSMM2 haben könnte, kam von einer anderen Einstallerin, die auch ein PSSM2 Pferd hat (PRE). Aber auch da glaubte ich nicht daran. Das was man da so über PSSM2 las war mehr in die Richtung Lahmheiten, Kreuzverschlag oder ähnliches, das hatte er alles nicht. Dann hatte aber noch ein weiteres Pferd im Stall PSSM2, dieses mal ein Warmblut, das auch von Rubinstein abstammt. Und dieses Pferd war Raini im Verhalten doch ähnlich. Das lies mir dann keine Ruhe mehr, also testeten wir. Und obwohl ich eigentlich der festen Überzeugung war der Test kommt negativ zurück, war es dann n/P2 & n/Px. Die häufigste Kombination. Interessant war, dass die Stute, die auch von Rubinstein abstammt mit n/P2, n/P8 & n/Px eine sehr ähnliche Kombination aufweist. "Wart ihr erleichtert als das Ergebnis kam?", die zweite Frage, die eigentlich fast immer kommt. Nein, war ich nicht. Mein Pferd war da dann auf dem Papier chronisch krank, er war nicht einfach nur komisch. Und es gibt ja auch Fälle da muss das Pferd dann irgendwann auf Grund der Symptomatik eingeschläfert werden. PSSM2 ist eine chronische Krankheit und wenn das Pferd irgendwann mal Symptomatisch wird, dann kann man es nicht heilen. Man kann versuchen durch Futter und Training die Symptome abzustellen oder zu verbessern. Aber PSSM2 ist eine unheilbare Erkrankung die in vielen Fällen mit dem Alter schlimmer wird. Nein, darüber habe ich mich nicht gefreut. Aber natürlich hat es einiges erklärt. Als ich mich dann eingelesen habe und in Webinaren saß, wunderte ich mich noch, dass ich anfangs gezweifelt habe, dass er die Krankheit haben könnte. Die da aufgezählten Symptome passten so gut und ließen sogar auf die Varianten n/P2 und n/Px schließen. Rainis Symptome habe ich hier gelistet:

Wir konnten jetzt natürlich einiges anpassen wie das Futter und das Training und nachdem wir uns eigentlich sicher waren, dass er es auch trotz PSSM2 auch ohne Decke durch den Winter schaffen würde, hat er dann im zweiten Winter auch eine Decke bekommen. 

"Wie schnell habt ihr die Futterumstellung gemerkt?" Naja, leider hat das bei uns sehr lange auf sich warten lassen. Wir hatten die Diagnose und dann das Futter umgestellt genau zu dem Zeitpunkt als wir Fabi gekauft hatten. Fabi war ein großes Problem für Raini, er wurde unsicher und verletzte sich dann noch, für PSSM2, relativ schwer mit zwei Muskelfaserrissen. All das führte vermutlich dazu dass die Futterumstellung nicht anschlug. Dann verweigerte er das Futter auch noch und vertrug auch das Soja nicht, so dass wir nochmal von vorne anfangen mussten. Am Ende haben wir aber auch mit der Hilfe einer Futterberatung eine gute Lösung gefunden und dann wurde auch alles irgendwann besser. Aber generell sind da sicher nicht alle Pferde gleich, bei den einen bringt die Futterumstellung sofort Besserung, bei den anderen dauert es vielleicht auch etwas. Und ich glaube letzten Endes ist man damit auch nie fertig. Irgendetwas liest man hier oder hört man da und will man dann doch ausprobieren. Es ist einfach wie ein Experiment. Rainis Futterumstellung erkläre ich nochmal in einem anderen Beitrag. Durch PSSM2 habe ich allerdings schon einige Menschen und Pferde kennen gelernt, die alle einen ähnlichen Leidensweg hatten. Pferde die als faul oder gar bösartig abgestempelt wurden, obwohl sie einfach körperlich nicht konnten, teilweise trotz Diagnose. Das ist traurig und für mich völlig unverständlich. Generell ist ein Pferd mir nichts schuldig, dass ich auf seinem Rücken sitzen darf ist ein Privileg. Pferde sind so freundliche, kooperative und liebenswerte Lebewesen, die trotz Schmerzen dann immer noch versuchen ihr bestes zu geben. Wie oft ich gehört habe dass Rain man Glück hat bei uns gelandet zu sein und dass er überall anders schon in der Wurst gewesen wäre. Das ist Grauenvoll und zeigt, dass es einem Teil der Reiter nur ums Reiten geht oder um Turniere und Schleifen und Anerkennung. Ja, ich habe mich auch immer gefragt, warum es bei uns immer viel schlechter lief als bei allen anderen um uns herum aber da ging es mir am meisten um das Wohlbefinden des Pferdes. Seitdem er im Offenstall steht, weiß ich es geht ihm schon mal viel besser. Und ich selbst habe einfach auch Spaß an der Zeit mit meinem Pferd, auch wenn ich nicht drauf sitze.